Tofu & Co. – leckerer Fleischersatz?

Tofu & Co. – leckerer Fleischersatz? 

Lange Zeit wurden Vegetarier und Veganer doch eher belächelt. Auf den Speisekarten in Restaurants gab es kaum echte vegetarische Gerichte. Stattdessen wurden oft einfach die normalen Speisen serviert, nur dass eben das Fleisch weggelassen wurde. Im Prinzip mussten sich Vegetarier also mit Beilagen begnügen, Veganer konnten bestenfalls einen Salat essen. Inzwischen hat sich aber einiges getan.

Zwar möchten viele nicht komplett auf den Genuss von Fleisch, Wurst und Fisch verzichten. Doch viele folgen dem Trend, ihren Konsum etwas einschränken. Außerdem müssen weder die vegetarische noch die vegane Küche fad und langweilig sein. Mittlerweile stehen nämlich zahlreiche Ersatzprodukte zur Auswahl.

Aber taugen Tofu & Co. wirklich als gesunder und leckerer Fleischersatz?:    

Tofu & Co. – wie werden die Pflanzenprodukte hergestellt?

Mittlerweile gibt es über 100 verschiedene Fleischersatzprodukte, die in Bio-Läden, in Supermärkten und sogar bei Discountern erhältlich sind. Die wichtigste Zutat für die meisten Fleischersatzprodukte sind Sojabohnen. Sie werden eingeweicht und zusammen mit Wasser gemahlen. Auf diese Weise entsteht Sojamilch. Der Sojamilch wird anschließend Nigari hinzugefügt.

Nigari ist ein Mineral, das aus Meerwasser gewonnen wird und als Gerinnungsmittel dient. Durch die Zugabe von Nigari trennt sich das Wasser nämlich vom festen Sojaeiweiß. Je nach Hersteller können dann noch ein paar weitere Zutaten hinzukommen.

Tofu wird anschließend ungewürzt in kleinen Blöcken verkauft, gewürzt oder geräuchert angeboten oder zu verschiedenen Produkten wie Würstchen, Schnitzelersatz, vegetarischem Gulasch oder Brotaufstrich weiterverarbeitet. 

Tofu & Co. – umweltfreundlich und gesund?

Aus ökologischer Sicht können die Fleischersatzprodukte durchaus punkten. So entstehen bei der Produktion von einem Kilo Tofu etwa 3,8 Kilo klimaschädliches Co2. Bei Fleisch kann die Co2-Menge je nach Herkunft und Sorte rund zehnmal so hoch sein.

Dies liegt daran, dass ein Tier große Menge Soja frisst, Wasser benötigt und Energie verbraucht, bevor es irgendwann als Fleischgericht auf dem Teller landet. Isst der Mensch das eiweißreiche Soja einfach selbst, schont das natürlich die Umwelt und das Klima. Auch Soja, Tofu und andere Pflanzenprodukte legen auf ihrem Weg in die heimischen Supermarktregale und Küchen aber mitunter eine Reise um die halbe Welt zurück.

Insofern schneidet ein gutes Stück Fleisch vom Bauern aus der Region auch nicht zwangsläufig schlechter ab. Andererseits entfallen bei Fleischersatzprodukten eben die Massentierhaltung und das Schlachten von Lebewesen. Gerade dies ist für viele Vegetarier und Veganer ein wesentlicher Aspekt.

Was die Frage angeht, wie gesund Tofu & Co. sind, so können die pflanzlichen Ersatzprodukte gut mit Fleisch mithalten. Fleischersatzprodukte sind reich an hochwertigem Eiweiß.

Im Unterschied zu Fleisch enthalten sie aber weder ungesunde Fette noch Cholesterin. Obendrein sind die meisten Fleischersatzprodukte kalorienarm. Es problematisch ist jedoch das Soja selbst, denn ihm wird nachgesagt, oft genmanipuliert zu sein. Tatsächlich zeigen DNA-Analysen immer wieder, dass die Sojabohnen gentechnisch verändert wurden. Wer sichergehen möchte, keine genmanipulierten oder anderweitig veränderten Produkte zu sich zu nehmen, sollte zu Bio-Tofu greifen. Bei Bio-Tofu ist der Einsatz von Gentechnik nahezu ausgeschlossen. Bezogen auf den Geschmack unterscheiden sich Bio- und konventionelle Fleischersatzprodukte aber nicht voneinander. Auch zwischen teuren und kostengünstigeren Produkten gibt es geschmacklich kaum Unterschiede. 

Tofu & Co. – ein leckerer Fleischersatz?

Tofu selbst hat fast keinen Eigengeschmack. Sehr feine Zungen werden bestenfalls eine ganz leichte Bohnennote feststellen. Damit ein Tofu-Gericht schmeckt, muss deshalb mit ordentlich Gewürzen gearbeitet werden. Die Grundwürzung besteht dabei aus viel Salz, etwas Pfeffer und ein wenig Paprika-Pulver.

Damit die weißen Würfel auch optisch etwas hermachen, bietet sich Kurkuma an. Die Tofu-Scheiben oder -Würfel sollten außerdem immer kräftig in heißem Öl angebraten werden. Dadurch verdunstet das enthaltene Wasser und der Tofu ist nicht so zäh. Bei der Zubereitung empfiehlt sich übrigens eine beschichtete Pfanne, denn durch den hohen Eiweißanteil neigt Tofu dazu, am Pfannenboden anzukleben.    Für echte Fleisch- und Wurstfans kann anstelle von Tofu Seitan die bessere Alternative sein.

Seitan wird unter anderem aus Dinkel hergestellt und weist eine ähnlich faserige Konsistenz auf wie Fleisch. Außerdem kann Seitan, das weder zerbröselt noch bricht, ganz genauso zubereitet werden wie Fleisch. Schnitzel, Gulasch oder sogar ganze Braten sind mittels Seitan also als fleischlose Varianten möglich.   

Tofu & Co. – ein Fazit

Für diejenigen, die kein oder weniger Fleisch essen möchten, können die pflanzlichen Ersatzprodukte durchaus eine gute Alternative sein. Natürlich wird ein Fleisch- und Wurstfan den Unterschied schmecken. Die Fleischersatzprodukte kommen dem Geschmack nahe, erreichen ihn aber nicht ganz und vor allem Tofu hat zudem eine andere Konsistenz. Das heißt aber nicht, dass Gerichte mit Tofu & Co. nicht auch sehr lecker sein können.

Außerdem geht es ja nicht nur darum, Fleisch und Wurst zu imitieren, sondern eigene fleischlose Gerichte zuzubereiten. Entscheidend bei Tofu & Co. ist aber tatsächlich die richtige Zubereitung mit ordentlich Gewürzen, damit die Gerichte Geschmack bekommen.

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