Kids und gesundes Essen – so klappt’s

Kids und gesundes Essen – so klappt’s

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist Grundlage und Voraussetzung für die gesunde Entwicklung eines Kindes. Sicherlich wird kaum jemand diese Aussage ernsthaft in Frage stellen und die meisten Eltern erklären auch, dass ihnen eine gesunde Ernährung für ihren Nachwuchs sehr wichtig ist.

Trotzdem zeigen Umfragen immer wieder, dass Kinder und Jugendliche zu wenig Obst, Gemüse und andere nährstoffreiche Nahrungsmittel essen und stattdessen zu viel Zucker, Salz und Fett zu sich nehmen. Ein Grund hierfür ist, dass vielen Eltern schlichtweg die Zeit fehlt, jeden Tag aufwändige Speisen auf den Tisch zu zaubern. Statt selbst etwas zu kochen, wird dann eben schnell zum Fertiggericht gegriffen.

Auch gemeinsame Mahlzeiten werden vor allem unter der Woche immer seltener. Tatsächlich zählen Zeit und Geld als Ausreden aber letztlich nicht, denn frisch zu kochen, muss weder viel länger dauern noch teurer sein, als Fertiggerichte aufzuwärmen. Einigen Eltern fehlt mitunter auch die Energie, jedes Mal lange Diskussionen zu führen, wenn der Nachwuchs nach einem kurzen Blick auf den Teller mal wieder erklärt:“Das will ich nicht!” Dabei müssen Kids und gesundes Essen keineswegs ein Widerspruch sein.

Hier sind 7 Tipps, die verraten, wie es klappen kann:

Tipp 1: Eltern sollten Vorbild sein.

Ein Kind wird nicht einsehen, warum es bei einer Ampel auf das grüne Licht warten soll, wenn es ständig andere Leute sieht, die bei Rot über die Straße gehen. Beim Essen ist das nicht anders. Natürlich wird ein Kind wenig Lust auf Obst, Gemüse und Vollkornbrötchen haben, wenn seine Eltern regelmäßig zu Fast Food und Süßigkeiten greifen.

Wenn die Eltern ihrem Kind eine gesunde und ausgewogene Ernährung nahebringen möchten, müssen sie ihm diese Ernährung selbst auch vorleben. Dabei wird ihnen zugutekommen, dass Kinder ihre Vorbilder gerne nachahmen. Kids haben Spaß daran, wenn sie keinen Babybrei vorgesetzt bekommen, sondern sich das gleiche Essen schmecken lassen dürfen wie die Großen.

Tipp 2: Keine Verbote!

Alles, was verboten ist, lockt ganz besonders. Deshalb macht es wenig Sinn, Süßigkeiten, Knabberzeug oder Fast Food komplett zu verbieten. Außerdem ist das auch gar nicht notwendig. Es spricht überhaupt nichts dagegen, Schokolade, Chips, Pizza oder Burger zu essen.

Entscheidend ist letztlich nur das richtige Maß. Statt Verboten sollten Eltern deshalb besser Absprachen mit ihren Kids treffen. Zudem kann Fast Food durchaus auch gesund zubereitet werden, nämlich indem Pizza und Burger selbst gemacht und nicht als Fertigprodukt gekauft werden.

Tipp 3: Essen niemals als Druckmittel einsetzen.

Essen sollte niemals als Druckmittel eingesetzt werden, weder im positiven noch im negativen Sinne. Ein Kind sollte also nicht mit Süßigkeiten, einem besonderen Nachtisch oder seinem Lieblingsgericht belohnt werden, wenn es eine weniger beliebte Mahlzeit isst. Andersherum sollte ein Kind nicht bestraft werden, wenn es eine Speise nicht essen möchte oder seinen Teller nicht komplett schafft.

Wenn ein Kind dazu gezwungen wird, immer das aufzuessen, was ihm seine Eltern auf den Teller legen, wird es nicht lernen, ein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl zu entwickeln. Zudem sollte ein Kind das Essen nicht als Belohung oder Strafe kennenlernen, sondern als etwas, das das Notwendige mit dem Genuss verbindet.

Tipp 4: Gemeinsam aussuchen und zubereiten.

Grundsätzlich sollten die Eltern diejenigen sein, die den Speiseplan machen. Aber die Kids sollten in die Planung einbezogen werden. Viele Kinder haben großen Spaß daran, wenn sie bei einem Bummel über den Wochenmarkt oder in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarktes mitentscheiden dürfen, was in den Einkaufswagen wandert. Wenn die Kids dann auch noch bei der Zubereitung mithelfen dürfen, schmeckt es meistens noch einmal doppelt so gut. Dabei können schon kleine Kinder einfache Tätigkeiten wie beispielsweise das Zerrupfen der Salatblätter übernehmen. Kids, die sich weigern, Obst zu essen, lassen sich oft beim Selbstpflücken überzeugen. Kaum ein Kind kann etwa auf dem Erdbeerfeld widerstehen, die roten Früchte doch einmal zu kosten.

Tipp 5: Verschiedene Geschmacksrichtungen nahebringen.

Der Mensch lernt im Laufe der Zeit, was ihm schmeckt und was nicht. Damit sich die geschmacklichen Vorlieben entwickeln können, müssen aber verschiedene Lebensmittel und Speisen gekostet werden. Gleichzeitig verändert sich der Geschmack immer wieder. Eltern sollten ihren Kids deshalb die Möglichkeit geben, Produkte zu probieren. Je früher Kinder verschiedene Geschmacksrichtungen kennenlernen, desto offener werden sie sein, auch Neues zu testen.

Tipp 6: Lustige Namen ausdenken und hübsch anrichten.

Viele Kinder lassen sich davon überzeugen, eine Speise wenigstens zu probieren, wenn das Drumherum stimmt. Brot, Gemüse und Obst, das mit Plätzchenausstechern in hübsche Formen gebracht wurde, sieht gleich sehr viel hübscher und damit auch leckerer aus. Daneben können interessante Namen weiterhelfen.

Nudeln mit Fisch beispielsweise können zur Piratenspeise werden, Rosenkohl kann sich in Glückskugeln verwandeln und der schnöde Gemüseauflauf kann zur Truhe mit den verborgenen Schätzen umgemünzt werden. Überzeugt der Name alleine noch nicht, können sich die Eltern spannende Kurzgeschichten zu der Speise ausdenken.

Tipp 7: Keine speziellen Kinderprodukte verwenden.

In der Gastronomie sind Kindergerichte oft einfach nur kleinere Portionen von Speisen, die Kinder typischerweise gerne essen. Im Handel hingegen gibt es spezielle Kinderprodukte, angefangen bei Süßigkeiten über Joghurts bis hin zu Wurst und Käse.

Viele dieser Produkte sind aber nicht unbedingt gesünder für Kids, einige sind wegen des hohen Anteils an Zucker, Aromastoffen und Geschmacksverstärkern für Kinder sogar eigentlich gar nicht unbedingt geeignet. Eltern können die vermeintlichen Kinderprodukte deshalb guten Gewissens im Regal lassen und stattdessen zu den ganz normalen, oft zudem kostengünstigeren Produkten greifen.

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Veröffentlicht von

Dietmar Beinbach & Tina Fachinger

Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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