Kartoffeln richtig lagern

Kartoffeln richtig lagern

Kartoffeln sind hierzulande von der Speisekarte kaum wegzudenken. Die Knollen liefern wichtige Nährstoffe und Vitamine, sind gut bekömmlich und schmecken lecker. Sie machen satt und sind vergleichsweise günstig. Außerdem lassen sich Kartoffeln in den verschiedensten Varianten zubereiten. So können sie zum Beispiel als Salzkartoffeln, Kartoffelpüree, Kartoffelsalat oder Pommes Frites eine Beilage sein.

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Kartoffeln richtig lagern

Aber auch als Gericht wie Kartoffeln mit Quark, Reibekuchen oder gefüllte Kartoffeln können sie serviert werden. Sie können zu Kartoffelsuppe oder einem Kartoffelauflauf verarbeitet werden und sogar ein süßer Kartoffelkuchen ist möglich.

Allerdings stehen Kartoffeln auch immer mal wieder in der Kritik. Vor allem mögliche Giftstoffe sind dabei ein Thema. Doch wenn Kartoffeln richtig gelagert und zubereitet werden, haben bedenkliche Stoffe wenig Chancen.

Beim Einkauf auf die Kennzeichnung achten

Die Kartoffelsaison in Deutschland beginnt Ende Juni mit Frühkartoffeln und geht bis Ende Herbst. Dann werden die späten Knollen geerntet. Das Angebot an heimischer Ware wird durch Kartoffeln aus aller Welt ergänzt. Dadurch sind die Erdäpfel das ganze Jahr über in ausreichender Menge erhältlich.

Um Kartoffeln länger haltbar zu machen, dürfen sie mit Mitteln behandelt werden, die die Bildung von Keimen und Schimmel hemmen. Am häufigsten wurde dazu Chlorpropham eingesetzt.

Doch weil das Mittel als gesundheitsschädlich gilt, ist es seit Oktober 2020 in der EU verboten. Allerdings dürfen die Restbestände noch verkauft werden. Zu erkennen sind solche Kartoffeln dann durch den Hinweis „nach der Ernte behandelt“ auf der Verpackung oder dem Verkaufsschild bei loser Ware.

Chlorpropham verhindert, dass die Kartoffeln auskeimen. Im Laufe der Lagerung baut sich die Substanz ab. Deshalb konnten die Erzeuger mit Chlorpropham behandelte Kartoffeln nicht gleich, sondern erst nach ein paar Wochen in den Handel bringen.

Das führt gleichzeitig dazu, dass die Restbestände wohl erst im Verlauf des Jahres 2021 vom Markt verschwinden werden.

Alternativen zu Chlorpropham sind Ethylen, Maleinäurehydrazid, 1,4-Dimethylnaphthalin und grünes Minzöl. Anders als bei Chlorpropham ist bei diesen Mitteln zur Keimhemmung aber nicht vorgeschrieben, dass ihr Einsatz durch einen entsprechenden Hinweis auf der Ware angegeben sein muss.

Wer sichergehen möchte, dass er Kartoffeln kauft und isst, die nicht mit Chemie behandelt sind, sollte zu regionaler Bio-Ware greifen. Im Bio-Anbau darf nämlich nur ein Ölextrakt aus Minze oder Kümmel verwendet werden, um das Auskeimen zu hemmen. Chemische Substanzen sind tabu. Und Produkte aus der Region sind frisch, unterstützen die heimischen Betriebe und sparen lange Transportwege.

Kartoffeln richtig lagern

Heimische Kartoffeln aus der späten Ernte eignen sich sehr gut zur Lagerung. Werden Kartoffeln falsch gelagert, können sich aber Giftstoffe bilden. Dabei geht es in erster Linie um Solanin.

Solanin ist ein natürlicher Stoff, der hauptsächlich in der Schale, in Keimen und in Kartoffelaugen entsteht. Große Mengen davon können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen.

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Begünstigt wird die Bildung von Solanin, wenn Kartoffeln im Licht, zu warm oder zu kalt gelagert werden. Zu viel Feuchtigkeit wiederum kann Schimmel fördern.

Optimal ist, wenn die Kartoffeln in einer dunklen Umgebung bei Temperaturen zwischen vier und zwölf Grad gelagert werden. Ist es wärmer, keimen die Knollen schneller aus.

Eine kältere Umgebung führt dazu, dass sich die Stärke in den Kartoffeln in Zucker umwandelt. Dadurch schmecken die Erdäpfel dann süßlich. Aus diesem Grund ist der Kühlschrank auch kein geeigneter Ort, um Kartoffeln zu lagern.

Neben der dunklen und eher kühlen Umgebung ist wichtig, dass genug Luft an die Kartoffeln kommt. Sind die Knollen in einer Plastiktüte verpackt, sollten sie daraus entnommen werden. Ideal für die Lagerung ist eine Holzkiste oder ein Korb. Der Behälter sollte mit einer Lage Papier ausgelegt sein, um Verschmutzungen zu vermeiden. Eine Abdeckung mit Stoff oder Papier schützt die Knollen vor Lichteinfluss.

Außerdem sollten Kartoffeln nicht in der Nähe von Äpfeln oder Birnen aufbewahrt werden. Denn diese Obstsorten verströmen Ethylen. Ethylen ist ein Gas, das Obst und Gemüse schneller reifen lässt. Die Kartoffeln werden dadurch schneller schrumpelig und verlieren an Aroma.

Kartoffeln mit vielen grünen Stellen oder Keimen aussortieren

Weisen Kartoffeln großflächig grüne Stellen auf oder sind sie stark ausgekeimt, sollten sie nicht mehr gegessen werden. Dann enthalten sie nämlich zu viel Solanin.

Wenige Keime oder nur kleine grüne Stellen hingegen sind unbedenklich. Wichtig ist dann nur, dass diese Stellen vor der Verarbeitung der Knollen großzügig weggeschnitten werden. Beim Garen geht Solanin ins Kochwasser über. Aus diesem Grund sollte das Kartoffelwasser nicht weiter verwendet, sondern weggeschüttet werden.

Kartoffeln sind gesund

Kartoffeln sind Lieferanten von wichtigen Nährstoffen. So sind sie reich an den Mineralstoffen Kalium, Calcium und Magnesium. Dazu kommen Vitamine. 100 Gramm Kartoffeln decken ungefähr ein Zehntel des Tagesbedarfs an Vitamin C eines Erwachsenen.

Werden Kartoffeln mit Quark oder Ei kombiniert, ist das Eiweiß qualitativ besser als bei Fleisch. Dadurch wird der Körper auch schon bei kleineren Mengen ausreichend mit Eiweiß versorgt. Zudem enthalten Kartoffeln Ballaststoffe.

Dadurch machen sie satt und unterstützen gleichzeitig die Verdauung. Und nicht zuletzt sind Kartoffeln mit 70 Kalorien pro 100 Gramm gut für die schlanke Linie.

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Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

Ein Gedanke zu „Kartoffeln richtig lagern“

  1. Scheint so, als hätte ich meine Kartoffeln nicht immer in der Nähe meines sonstigen Obstes lagern sollen… *grins*
    Nun ja, jetzt bin ich klüger und meine Kartoffeln hoffentlich in Zukunft nicht mehr so schrumpelig!

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