Coffee to go: Was gegen die Pappbecher spricht

Coffee to go: Was gegen die Pappbecher spricht

Ob auf dem Weg zur Arbeit, beim Tankstopp während einer längeren Autofahrt oder beim Bummel durch die Fußgängerzone: Für unterwegs nehmen sich viele gerne ein Getränk mit. Und weil es sich bei diesem Getränk oft um eine Kaffeespezialität handelt, hat sich die Bezeichnung Coffee to go etabliert.

Nun ist grundsätzlich natürlich nichts gegen einen Kaffee oder ein anderes Getränk zum Mitnehmen einzuwenden. Allerdings werden die Getränke meist in Einwegbecher abgefüllt – und hier liegt das Problem.

 

Der folgende Beitrag erklärt, was gegen die Pappbecher spricht und welche Alternativen es gibt:

 

Coffee to go und die Berge aus Verpackungsmüll

Die Gesellschaft wird immer mobiler. Die Zahl der Berufspendler wächst und auch in der Freizeit werden längere Wege zum Wunschziel in Kauf genommen. Auf der anderen Seite wird die Zeit, die zur freien Verfügung steht, immer knapper. Wer nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, hat oft einfach keine Lust mehr, sich noch lange in die Küche zu stellen.

Folglich hält der Trend, unterwegs etwas zu essen und zu trinken, seit Jahren an. Die Kehrseite ist, dass die Menge der Einwegbecher für Heiß- und Kaltgetränke immer größer wird. Inzwischen entsteht durch Einwegbecher samt Deckel und Rührstab oder Strohhalm mehr Müll als durch Plastiktüten. Statistiken haben ergeben, dass in Deutschland allein für Heißgetränke wie Kaffee, Cappuccino, Kakao oder Tee pro Kopf und Jahr rund 60 Pappbecher verwendet werden.

Zusammen mit den Pappbechern für Kaltgetränke wie Wasser, Limonade oder Bier bringt es der deutsche Durchschnittsverbraucher auf stolze 130 Einwegbecher jährlich. Dabei wird ein Becher gerade einmal etwa 15 Minuten lang verwendet, bevor er im Mülleimer verschwindet.

 

Coffee to go und die Umweltaspekte

Die meisten Pappbecher für Getränke zum Mitnehmen werden aus Pappe gefertigt, die mit Kunststoff beschichtet ist. Woher die Papierfasern stammen, lässt sich oft nicht nachvollziehen, denn nur auf wenigen Bechern ist eine Zertifizierung zu finden. Um aus den Papierfasern die Pappe für einen Becher herzustellen, wird ungefähr ein halber Liter Wasser benötigt. Das ist mehr als die Menge an Getränk, mit der viele Pappbecher befüllt werden können.

Ist der Becher leer, landet er zwar oft im nächsten Papierkorb. Aber viele Becher werden auch einfach irgendwo achtlos weggeworfen. Die Entsorgung dieses sogenannten wilden Mülls auf Parkplätzen, an Straßen und Wegen oder in Grünlagen verursacht nicht nur unnötige Kosten.

Stattdessen setzt oft auch eine Verwahrlosung ein, denn wenn ohnehin schon alles zugemüllt ist, lassen sich viele Passanten dazu verleiten, ihren Becher ebenfalls einfach irgendwo abzustellen. Liegen die Becher dann auf dem Boden, besteht die Gefahr, dass sich die Kunststoffbeschichtung durch den Abrieb in kleinste Plastikpartikel auflöst. Diese können dann in den Boden oder ins Wasser gelangen und dort auf Dauer erhebliche Umweltschäden verursachen.

 

Coffee to go-Becher und die Probleme beim Recycling

Einwegbecher für Coffee to go sind Serviceverpackungen. Genauso wie Eisbecher, Pommesschalen oder Bratwurstteller gehören sie deshalb eigentlich in die gelbe Tonne. Allerdings kommen nur die wenigsten dort an. Meistens werden die Getränke unterwegs getrunken und die leeren Becher dann in den nächsten öffentlichen Mülleimer geworfen. Von dort aus geht es weiter in die Müllverbrennung. Rohstoffe wie Erdöl oder Holz, die in den Bechern enthalten sind, gehen so für immer verloren.

Doch selbst wenn die Pappbecher über die gelbe Tonne zum Recycling kommen, ist die Wiederverwertung schwierig. Der Grund hierfür ist, dass die Pappbecher mit einer Beschichtung versehen sind. Diese Beschichtung ist notwendig, damit sich das Papier nicht vollsaugt und der Becher nicht durchweicht, wenn er mit dem flüssigen Getränk befüllt wird.

Beim Recycling werden die Papierfasern eingeweicht, damit sie sich auflösen und der Papierbrei dann weiterverarbeitet werden kann. Dieses Auflösen funktioniert gerade wegen der Beschichtung aber nur zum Teil, weshalb auch die Papierfasern nur anteilig recycelt werden können.

 

Coffee to go und die Alternativen zum Pappbecher

Eine gute Alternative zum Einweg-Pappbecher ist ein Mehrwegbecher. Um einen Mehrwegbecher herzustellen, werden zwar mehr Rohstoffe benötigt als bei der Herstellung eines Einwegbechers. Dafür kann ein Mehrwegbecher aber über einen langen Zeitraum immer wieder verwendet werden.

Außerdem sind Mehrwegbecher dicker und stabiler als Einwegbecher. Folglich halten sie das Getränk länger warm oder kalt und verhindern zuverlässiger, dass das Getränk ausläuft oder beim Zusammendrücken aus dem Becher schwappt. Nicht zuletzt sind Mehrwegbecher ihren Pappkollegen oft auch in Sachen Optik deutlich überlegen.

Allerdings gibt es bei Mehrwegbechern ein Problem: Nicht alle Anbieter von Coffee to go sind bereit, einen mitgebrachten Becher zu befüllen. Das Hauptargument in diesem Zusammenhang sind die Hygienevorschriften. Der Gesetzgeber verbietet es zwar nicht, mitgebrachte Becher zu befüllen. Sollte es jedoch zu gesundheitlichen Problemen infolge von Verunreinigungen kommen, haftet der Anbieter, der das Getränk verkauft hat.

Zudem muss er darauf achten, dass der Becher nicht mit dem Auslass in Kontakt kommt. Einige Anbieter lösen das Problem, indem sie das Getränk erst in ein eigenes Gefäß laufen lassen und es dann in den mitgebrachten Becher umfüllen. Vereinzelt gibt es auch Anbieter, die sogar einen Preisnachlass gewähren, wenn ein Kunde seinen eigenen Becher mitbringt.

Hintergrund hierfür ist, dass die Anbieter eine Lizenzgebühr bezahlen müssen, wenn sie Pappbecher verwenden. Die eingesparte Gebühr können sie dann als Rabatt an den Kunden weitergeben. Die Mehrheit der Anbieter lehnt das Befüllen von fremden Bechern derzeit aber noch ab.

Übrigens: Die simpelste, beste und zugleich komfortabelste Alternative zum Pappbecher ist, sich eine kurze Pause zu gönnen und seinen Kaffee einfach gleich im Café, Bistro oder Restaurant zu genießen…

Mehr Tipps, Ratgeber und Anleitungen:

Thema: Coffee to go: Was gegen die Pappbecher spricht

 

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Veröffentlicht von

Dietmar Beinbach & Tina Fachinger

Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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