Tipps für den Einstieg in die vegetarische Küche

Tipps für den Einstieg in die vegetarische Küche

Es kann verschiedene Gründe geben, die jemanden dazu veranlassen, auf Fleisch und Wurst zu verzichten. So nennen die einen Massentierhaltung, die Ausbeutung von Tieren oder den respektlosen Umgang mit diesen Lebewesen als ihr Motiv. Andere argumentieren mit Ökobilanzen.

Wieder andere stellen dem Wunsch, sich gesund zu ernähren, in den Vordergrund. Manchmal ist es aber auch nur reine Geschmackssache. Einige werden Vegetarier, weil dies derzeit im Trend liegt. So findet schon seit einiger Zeit ein Umdenken statt. Früher hatten es Vegetarier recht schwer, oft wurden sie sogar belächelt.

Auf Festen und Feiern gab es kaum fleischlose Gerichte und selbst in Restaurants waren vegetarische Gerichte meist nichts anderes als Speisen, bei denen das Fleisch weggelassen und nur die Beilagen serviert wurden. Heute hat fast jedes Restaurant mehrere echte Gerichte auf der Karte, die ohne Fleisch daherkommen.

Für diejenigen, die sich auch der fleischlosen Ernährung annähern möchten, hält der folgende Beitrag ein paar Tipps für den Einstieg in die vegetarische Küche bereit:

 

  1. Tipp: Langsam anfangen.

Dass der Verzehr von großen Fleisch- und Wurstmengen der Gesundheit nicht unbedingt gut tut, ist unbestritten. Eine radikale Umstellung der Ernährungsgewohnheiten muss es aber auch nicht gleich sein. Zum einen soll das Essen nicht nur satt machen, sondern auch ein Genuss sein und Spaß bereiten.

Wer sich selbst Verbote auferlegt, nimmt sich viel von dieser Freude. Zum anderen ist es nicht richtig, Fleisch und Wurst zu verteufeln. Schließlich liefern tierische Produkte Inhaltsstoffe, die der menschliche Körper braucht. Ein guter Weg ist deshalb, langsam in die fleischlose Ernährung einzusteigen. So kann beispielsweise ein Tag in der Woche zum vegetarischen Tag erklärt werden.

Nach und nach kann die Anzahl der vegetarischen Tage dann gesteigert werden. Möglich ist auch, während der Woche auf Fleisch und Wurst zu verzichten und sich nur am Wochenende ein schönes Fleischgericht in guter Qualität zu gönnen. Auf diese Weise bleibt der Sonntagsbraten erhalten und bekommt gleichzeitig wieder einen ganz anderen Stellenwert.

 

  1. Tipp: Den richtigen Weg für sich finden.

Es gibt keine festen, verbindlichen Regeln für die vegetarische Ernährung. So streichen einige Vegetarier zwar Fleisch und Wurst von ihrem Speiseplan, essen aber nach wie vor Fisch. Andere Vegetarier lassen Fleisch, Wurst und Fisch weg, behalten Eier, Käse und andere Milchprodukte jedoch bei.

Veganer gehen noch einen Schritt weiter und streichen alle Produkte und Erzeugnisse tierischen Ursprungs vom Speiseplan, darunter beispielsweise auch Honig. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sich ernähren möchte. Ernährt sich jemand aus Überzeugung vegan, ist das sein gutes Recht.

Genauso spricht aber überhaupt nichts dagegen, wenn sich jemand ein schönes Stück Fisch oder ein saftiges Steak schmecken lässt. Letztlich geht es nur darum, für sich selbst die Ernährung zu finden, die gesund und ausgewogen ist und gleichzeitig schmeckt.

Sich über Vegetarier und Veganer lustig zu machen, ist genauso unfair und unangebracht, wie Fleisch- und Fischessern ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen.

 

  1. Tipp: Die italienische und die asiatische Küche erkunden.

Einen idealen Einstieg in die vegetarische Ernährung bietet die italienische Küche. Sie hält eine Vielzahl fleischloser Gerichte bereit, die gesund sind und lecker schmecken. Pasta mit verschiedenen Saucen, Pizza mit unterschiedlichen Gemüsebelägen, allerlei Suppen und Salate in diversen Variationen sorgen für viel Abwechslung auf dem fleischlosen Speiseplan.

Ähnliches gilt für die asiatische Küche. Hier bilden Reis, Nudeln und Gemüse die Grundlage. Für den guten Geschmack und ein wahres Feuerwerk an Aromen sorgen Zutaten wie Kokosmilch, Sojasauce, Koriander, Thai-Basilikum, Zitronengras, Ingwer, Knoblauch, Chili und allerlei andere Gewürze.

 

  1. Tipp: Auf Alternativen zurückgreifen.

Natürlich hat auch die Industrie längst den Trend zur fleischlosen Ernährung erkannt und verschiedenste Ersatzprodukte entwickelt. Wurst als Brotbelag, Grillwürstchen, Gulasch, Schnitzel oder ganze Sonntagsbraten finden sich als vegetarische Varianten in den Supermarktregalen.

Ob diese Alternativen besser und gesünder sind als ihre Vorbilder sei dahingestellt und auch ob es wirklich notwendig ist, typische Wurst- und Fleischwaren geschmacklich wie optisch zu imitieren, muss jeder für sich selbst beantworten.

Zum Ausprobieren der fleischlosen Küche und als schnelle Lösung für zwischendurch sind solche Fertigprodukte aber sicher in Ordnung. Wer es doch lieber natürlich mag, kann zu Pilzen greifen. Viele Pilzsorten sind von der Konsistenz und vom Geschmack her ein guter Fleischersatz. Außerdem gibt es ja auch noch Tofu, das in verschiedensten Varianten zubereitet und mit den richtigen Gewürzen sehr lecker sein kann.

 

  1. Tipp: Mangelerscheinungen vorbeugen.

Zu viel Wurst und Fleisch ist nicht gesund. Komplett auf tierische Produkte zu verzichten, ist aber auch nicht der Königsweg, denn es drohen Mangelerscheinungen. Vitamin B12 beispielsweise ist ausschließlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs enthalten, Pflanzen können es nicht bilden.

Der tägliche Bedarf an Vitamin B12 kann mit Eiern und Milchprodukten gut gedeckt werden. Wird auf solche Lebensmittel verzichtet, wie es beispielsweise Veganer tun, muss einem Mangel an Vitamin B12 mit Nahrungsergänzungsmitteln entgegengesteuert werden. Ob dies notwendig ist, kann der Arzt anhand des Blutbilds prüfen.

Daneben ist wichtig, die Versorgung mit Eisen und Eiweiß im Blick zu behalten. Entfällt Fleisch als Eisenlieferant, sollten Vegetarier zum Ausgleich grünes Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte auf den Speiseplan setzen.

Ideal ist außerdem die Kombination mit einem Lebensmittel, das viel Vitamin C enthält. Vitamin C fördert nämlich die Eisenaufnahme. Den Eiweißbedarf können Vegetarier über Eier, Milchprodukte und Soja abdecken. Daneben liefern Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, Nüsse und Pilze Eiweiß.

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Veröffentlicht von

Dietmar Beinbach & Tina Fachinger

Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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