Übersicht: 7 Lebensmittelmythen richtig gestellt

Übersicht: 7 Lebensmittelmythen richtig gestellt

 

Niemand wird bestreiten, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig ist. Ebenso dürfte außer Frage stehen, dass Essen nicht nur eine Notwendigkeit ist, sondern auch ein Genuss sein und Spaß machen sollte.

Doch unabhängig davon, ob jemand selbst den Kochlöffel schwingt oder sich in einem Restaurant verwöhnen lässt:

Rund um Lebensmittel und Essgewohnheiten ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Ein Klassiker in diesem Zusammenhang ist der vermeintlich hohe Eisengehalt von Spinat. Mittlerweile ist bekannt, dass dieses Gerücht das Ergebnis eines Rechen- oder Schreibfehlers ist und beispielsweise Linsen fast genauso viel Eisen enthalten wie das grüne Gemüse. Andere Legenden und Irrglauben halten sich jedoch tapfer. Grund genug, damit einmal aufzuräumen.

 

Die folgende Übersicht stellt 7 Lebensmittelmythen richtig:

 

Mythos 1: Tiefkühlgemüse ist nicht so vitaminreich wie frisches Gemüse.

Für Tiefkühlgemüse wird das Gemüse geerntet, gesäubert, eventuell in kleine Stücke zerteilt und direkt danach eingefroren. Dadurch bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe fast vollständig erhalten. Insofern kann Tiefkühlgemüse nicht nur eine praktische Alternative zu frischem Gemüse, sondern sogar vitaminreicher sein.

Liegt frisches Gemüse nämlich vor der Zubereitung mehrere Tage lang herum, gehen einige Vitamine und Nährstoffe verloren. Anders sieht es aber bei konserviertem Gemüse aus.

Hier wird das Gemüse nämlich einmal erhitzt, bevor es in die Konservendose oder das Glas abgefüllt wird. Bei der Zubereitung im Topf oder der Pfanne wird das Gemüse ein zweites Mal erhitzt. Dieses zweifache Erwärmen bekommt den Vitaminen nicht allzu gut.

 

Mythos 2: Karotten fördern die Sehkraft.

In Karotten ist Beta-Karotin enthalten. Zusammen mit Fett verwandelt der Körper das Beta-Karotin in Vitamin A. Fett ist deshalb notwendig, weil Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen gehört.

Vitamin A wiederum ist gut für die Augen. So hilft Vitamin A der Netzhaut beispielsweise dabei, zwischen hell und dunkel zu unterscheiden und Farben zu erkennen.

Liegt ein starker Mangel an Vitamin A vor, kann Nachtblindheit die Folge sein. Auf die Kurz- und Weitsichtigkeit hat Vitamin A aber keinen Einfluss. Auch wer sehr viele Karotten ist, wird seine Brille also deswegen nicht loswerden.

 

Mythos 3: Kaffee ist schädlicher als Schwarztee.

Nicht nur Kaffee, sondern auch Schwarztee enthält Koffein. Die Koffeinmenge ist in Kaffee zwar deutlich höher. Wer kein Koffein verträgt oder darauf verzichten möchte, ist mit Schwarztee aber ebenso schlecht beraten. Beide Getränke werden zu den sogenannten Genussmitteln gezählt.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass sowohl Kaffee als auch Schwarztee die Aufnahme von Eisen reduzieren. Als Begleiter von Speisen eignen sie sich deshalb nicht.

Um den Durst zu stillen, sind Wasser, Saftschorlen und Kräuter- oder Früchtetees ohne Zucker die beste Wahl. Gegen ein paar Tassen Schwarztee über den Tag verteilt, ist aus gesundheitlicher Sicht nichts einzuwenden. Gleiches gilt aber auch für Kaffee.

 

Mythos 4: Kartoffeln sind Dickmacher.

Kartoffeln sind reich an Mineralstoffen und enthalten Folsäure. Außerdem sind sie eine ideale Sättigungsbeilage. Gekochte Kartoffeln an sich haben gerade einmal 70 Kalorien und 0,1 Gramm Fett pro 100 Gramm.

Zu kleineren oder größeren Kalorienbomben werden sie erst durch die Zubereitung. In Form von Pommes Frites, Kroketten, Bratkartoffeln oder Chips klettert der Kaloriengehalt deutlich nach oben.

Gleiches gilt, wenn die Kartoffeln mit einer leckeren, aber eben auch fettreichen Buttersauce oder mit ordentlich Speck gegessen werden. Pur genossen, machen Kartoffeln jedoch keineswegs dick.

 

Mythos 5: Light-Produkte fördern die schlanke Linie.

In jedem Supermarkt gibt es heutzutage Lebensmittel aus allen Produktbereichen auch in der Light-Version. Von Wurst und Käse über Getränke bis hin zu Süßigkeiten ist alles zu haben. Dass sich solche Produkte automatisch positiv auf die Figur auswirken oder gar eine Diät nachhaltig unterstützen können, ist aber ein Irrglaube.

Ein Produkt darf schon dann als Light-Produkt ausgewiesen werden, wenn gerade einmal ein Nährstoff um 30 Prozent gesenkt ist. Enthält ein Produkt also beispielsweise knapp ein Drittel weniger Zucker oder Fett als die vollwertige Variante, darf es sich Light nennen.

Dass bedeutet aber noch lange nicht, dass die Light-Version deshalb keinen Zucker, kein Fett oder insgesamt weniger Kalorien hat. Hinzu kommt, dass gerade die Light-Produkte dazu verleiten können, mehr zu essen, denn im Hinterkopf ist ja der Gedanke, dass die abgespeckte Version auf dem Teller liegt.

 

Mythos 6: Die Ernährung kann gar nicht vitaminreich genug sein.

Es steht außer Frage, dass Vitamine sehr, sehr wichtig sind. Gleiches gilt für Mineralstoffe, Spurenelemente und andere Nährstoffe. Durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist der Bedarf aber im Normalfall gedeckt. Eine Ausnahme ist nur dann gegeben, wenn krankheitsbedingt ein Mangel an bestimmten Vitaminen vorliegt.

Ansonsten ist es nicht notwendig, zu irgendwelchen Pillen oder speziell angereicherten Lebensmitteln zu greifen. Solche Nahrungsergänzungsmittel mit künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen können sogar Nebenwirkungen haben und damit letztlich mehr schaden als nutzen.

Zudem kann der Körper Vitamine und Nährstoffe ohnehin nur in einer bestimmten Menge verarbeiten. Was zuviel ist, wird ungenutzt ausgeschieden oder lagert sich ab.

Ganz so einfach wie es das Sprichwort “An apple a day keeps the doctor away (Sinngemäß übersetzt: Ein Apfel pro Tag macht den Arzt überflüssig)” besagt, ist es dann aber auch wieder nicht. Ein Apfel ist zwar sehr gesund, aber eben auch kein Wundermittel. Zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse pro Tag sollten es im Idealfall schon sein.

 

Mythos 7: Mahlzeiten am Abend schlagen sich direkt auf den Hüften nieder.

Viele glauben, dass sie nach 18 Uhr nichts mehr essen dürfen, wenn sie ihre Figur behalten wollen. Dass sich abendliche Mahlzeiten direkt in Hüftgold verwandeln, lässt sich pauschal aber so nicht sagen. Entscheidend ist vielmehr, was in welchen Mengen über den Tag verteilt gegessen wird und wie das Verhältnis zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch ist.

Jemand, der seine Hauptmahlzeit abends einnimmt und ansonsten tagsüber kaum etwas isst, wird durch das abendliche Essen nicht zunehmen. Genauso kann jemand, der den ganzen Tag über in Bewegung ist oder körperlich schwer arbeitet, sehr viel mehr Kalorien verarbeiten als jemand, der fast nur sitzt.

Ein schweres Essen am Abend birgt vielmehr das Problem, dass es buchstäblich schwer im Magen liegen und so einen erholsamen Schlaf stören kann. Sich vollgegessen direkt ins Bett zu legen, ist also keine gute Idee. Gegen einen schönen Restaurantbesuch in den Abendstunden hingegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

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Veröffentlicht von

Dietmar Beinbach & Tina Fachinger

Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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