Tipps um weniger Lebensmittel wegzuwerfen

Einige gute Tipps, um künftig weniger Lebensmittel wegzuwerfen 

Vermutlich dürfte jedem bekannt sein, dass in reicheren Ländern jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen werden, während die Menschen in armen Länder Hunger leiden.

Dabei beginnt die Lebensmittelverschwendung aber keineswegs erst beim Verbraucher, der angesichts der großen Auswahl im Supermarkt zu viel eingekauft hat oder ein Nahrungsmittel entsorgt, weil es ihm nicht schmeckt. Stattdessen landet ein nicht unbeachtlicher Teil der Lebensmittel erst gar nicht in den Regalen, sondern wird schon während der Ernte oder unmittelbar nach der Herstellung vernichtet. 

Die Gründe hierfür sind zum einen die geltenden Normen für Form, Größe und Farbe, zum anderen dir Anforderungen des Handels und der Kunden im Hinblick auf die Ästhetik. In der Folge werden beispielsweise nicht ganz gleichmäßig runde Kartoffeln, Äpfel mit minimalen Druckstellen, etwas krumm gewachsene Karotten oder Tomaten, die nicht die gewünschte rote Färbung haben, aussortiert.

Nun ist es natürlich nicht möglich, die Lebensmittel, die hierzulande nicht benötigt werden oder verkauft werden können, in Kisten zu packen und in die Dritte Welt zu schicken. Genauso wird es wenig bringen, wenn sich einzelne Kunden bereit erklären würden, auch ästhetisch weniger perfekte Lebensmittel zu kaufen, wenn geltende Normen verhindern, dass solche Produkte überhaupt eine Chance haben, in den Handel zu gelangen.

Aber trotzdem kann jeder etwas dafür tun, dass Lebensmittel wieder mehr Wertschätzung erfahren, denn darum geht es letztlich. Ganz nebenbei schont ein verantwortungsvoller Umgang mit Essen aber auch den Geldbeutel.

Einige gute Tipps, um künftig weniger Lebensmittel wegzuwerfen,
verrät die folgende Übersicht:

Das Mindesthaltbarkeitsdatum richtig verstehen.

Eigentlich ergibt sich allein schon aus der Bezeichnung, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, das Datum ist, bis zu dem das jeweilige Produkt mindestens haltbar ist. Durch das MHD garantiert der Hersteller, dass das Produkt bis zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall alle Qualitätskriterien erfüllt. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Produkt nach diesem Datum automatisch verdorben ist und nicht mehr verzehrt werden kann.

Ein Produkt sollte also nicht direkt und ungeöffnet weggeschmissen werden, nur weil es das MDH erreicht oder überschritten hat, sondern stattdessen sollte es mit allen Sinnen überprüft werden. Sieht das Produkt ganz normal aus, riecht es wie gewohnt, hat es die gleiche Konsistenz und hat sich nichts am Geschmack geändert, spricht nichts dagegen, das Produkt zu essen oder zu verarbeiten.

In vielen anderen Ländern wird auf den Verpackungen das MHD durch Kennzeichnungen wie „best before“ angegeben. Dadurch soll signalisiert werden, dass das Produkt am besten vor dem angegebenen Datum verwendet werden sollte, eine Verwendung nach diesem Datum ist dadurch aber nicht automatisch ausgeschlossen. Nebenbei bemerkt ist übrigens erstaunlich, dass viele Verbraucher Produkte in ihrem Kühlschrank rigoros wegwerfen, wenn das MHD erreicht ist.

Im Supermarkt hingegen wird bei Produkten, die aufgrund des MHDs reduziert sind, oft und gerne zugegriffen.

Wichtig ist aber, dass Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mit dem sogenannten Verbrauchsdatum zu verwechseln. Letzteres findet sich vor allem bei Fleisch und hier gilt tatsächlich, dass das Produkt bis zum angegebenen Datum verbraucht und danach nicht mehr verwendet werden sollte. 

Einen Einkaufszettel schreiben.

Auch wenn der Einkaufszettel ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint, ist er doch ein bewährtes und sehr hilfreiches Mittel, um das Einkaufsverhalten und die Lebensmittelkosten im Auge zu behalten.

In der Gastronomie wird grundsätzlich mit Einkaufs- und Bestelllisten und damit letztlich mit Einkaufszetteln gearbeitet, denn die wenigsten Gastronomen könnten es sich leisten, die falschen Lebensmittel oder zu viele Produkte einzukaufen und sie anschließend wieder wegzuwerfen. Ganz ähnlich können auch Verbraucher vorgehen.

Wer nur die Dinge auf den Einkaufszettel setzt, die aufgebraucht sind oder für den Speiseplan der nächsten Tage benötigt werden, verhindert, unnötig Geld für Lebensmittel auszugeben, die letztlich ohnehin nur im Mülleimer landen. Damit das Einkaufen aber weiterhin Spaß macht, gibt es noch einen weiteren Trick.

Wer auf dem Weg durch den Supermarkt etwas entdeckt, dem er nicht widerstehen kann, muss natürlich nicht darauf verzichten. Allerdings sollte dieses Lebensmittel dann nicht zusätzlich gekauft werden, sondern einen anderen, möglicherweise ähnlichen Punkt auf dem Einkaufszettel ersetzen.  

Nicht immer nur zu Familienpackungen greifen.

Verständlicherweise greifen viele zu größeren Familienpackungen und bereits fertig abgepackter Ware, denn schließlich sind diese Produkte oftmals preisgünstiger. Zudem ist es deutlich komfortabler, einen Sack Kartoffeln, einen Beutel Äpfel oder eine Tüte Brötchen in den Einkaufswagen zu stellen, als diese einzeln Stück für Stück auszusuchen, selbst einzupacken und abzuwiegen.

Aber gerade Obst und Gemüse sowie Produkte aus der Kühltheke, die in größeren Mengen eingekauft wurden, landen oft zumindest teilweise im Mülleimer, weil die Menge schlichtweg zu groß war oder sich zeigt, dass der Joghurt, der Pudding und das Milchgetränk doch nicht wirklich den Geschmack treffen.

Ratsam ist also, zu überprüfen, ob es wirklich immer die Familienpackung sein muss, oder ob es nicht doch sinnvoller wäre, auch einmal lose Ware und Einzelportionen zu kaufen.   

Den Kühlschrank optimal nutzen.

Es ist keineswegs so, dass Lebensmittel nur in reichen Ländern weggeschmissen werden. Auch in armen Ländern, in denen viele Menschen kaum etwas zu essen haben, landen regelmäßig Nahrungsmittel auf dem Müll. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Lebensmittel oft nicht richtig gekühlt werden können und daher schnell verderben.

Hierzulande verfügt vermutlich jeder Haushalt über einen Kühlschrank, so dass die Kühlung an sich kein großes Problem ist. Aber viele nutzen ihren Kühlschrank nicht optimal. Oft fängt dies schon beim Kauf an, bei dem vielfach nicht berücksichtigt wird, welches Fassungsvermögen eigentlich notwendig und sinnvoll ist. Nach einem Einkauf werden die Lebensmittel dann schnell irgendwie in den Kühlschrank verräumt. Jeder Hersteller beschreibt aber in seiner Bedienungsanleitung, wie der Kühlschrank am besten befüllt werden sollte.

Allgemein gilt dabei, dass Lebensmittel wie Eier, Käse oder Butter in den Fächern der Kühlschranktür verstaut werden sollten, weil hier die Temperaturen nicht ganz so kühl sind. Obst und Gemüse halten sich in den dafür vorgesehen Fächern am längsten, denn hier ist es kühl und feucht. Unmittelbar über den Gemüsefächern befindet sich eine Glasplatte, die der ideale Aufbewahrungsort für Aufschnitt, Fleisch und Fisch ist.

Die mittleren Fächer eignen sich hervorragend für Milchprodukte und verpackte Essensreste, während ganz oben Produkte wie Marmeladen oder Senf ihren Platz finden. 

Die Produktvielfalt richtig nutzen.

Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass das ganze Jahr über alle Produkte aus aller Welt erhältlich sind. Angesichts des Klimawandels kommt immer wieder die Diskussion auf, ob es tatsächlich notwendig ist, Lebensmittel von einem Ende der Welt zum anderen Ende zu transportieren, nur um Steaks aus Argentinien oder auch im Winter Erdbeeren essen zu können.

Tatsache ist, dass alles zwei Seiten hat. So mag zwar die Ökobilanz von aus Afrika, Asien oder Australien eingeflogenem Obst schlechter sein als die Ökobilanz von Obst aus der Region, andererseits sichert genau dieses eingeflogene Obst aber auch Arbeitsplätze und damit den Lebensunterhalt von Menschen im In- und im Ausland. Ein guter Kompromiss ist daher vermutlich, das Angebot vielseitig zu nutzen.

Dies lässt sich mit Äpfeln recht gut erklären. In Deutschland haben Äpfel im Herbst und im Winter Saison und während dieser Zeit macht es durchaus Sinn, Äpfel aus der Region zu kaufen. Im Frühjahr und Sommer hingegen spricht nichts dagegen, von weiter weg eingeflogene Äpfel zu kaufen. Deren Ökobilanz fällt nämlich ungefähr genauso aus, wie die Ökobilanz der über eine längere Zeit aufwändig gelagerten deutschen Äpfel. 

Essen nicht wegschmeißen, sondern verschenken.

Es gibt eine Reihe dankbarer Abnehmer, die sich über Essenreste freuen. Immer mehr Supermärkte beispielsweise geben einwandfreie Ware, die sie selbst aber nicht mehr verkaufen können, an Organisationen ab, die das Essen dann an Bedürftige verteilen.

In ähnlicher Form ist dies auch im Kleinen möglich. Wer beispielsweise größere Obst- und Gemüsemengen übrig hat, kann diese einer Suppenküche spenden, die daraus beispielsweise eine Suppe oder ein Kompott zubereiten kann.

Daneben können das örtliche Tierheim, ein gastierender Zirkus, ein Pferdehalter oder auch der Förster befragt werden, ob sie Essenreste verwerten können. Üblicherweise sind sie dankbare Abnehmer von beispielsweise altem Brot.

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