Die wichtigsten Infos und Fakten zu Milch

Die wichtigsten Infos und Fakten zu Milch 

Es gibt nur wenige Lebensmittel, die ein ähnlich positives Image haben wie Milch. Milch gilt als gesund, ist reich an Vitaminen und lebenswichtigen Nährstoffen, soll Knochen und Zähne stärken und sogar müde Männer wieder munter machen können.

Aber nicht nur in flüssiger Form oder weiterverarbeitet zu Käse, Joghurt oder Quark, sondern auch im Bereich der Körperpflege genießt Milch ein hohes Ansehen. So sollen schon Kleopatra, Kaiserin Sissi und Josephine Bonaparte ihre samtweiche Haut regelmäßigen Bädern in Milch zu verdanken gehabt haben.

Allerdings es gibt auch Kritiker, die Milch die Schuld an Allergien und Übergewicht geben und sie als Nahrungsmittel sehen, das sich ausschließlich als Säuglingsnahrung, aber nicht für erwachsene Menschen eignet. Auf den Speiseplänen der meisten Menschen und auch in der Gastronomie sind Milch und Milcherzeugnisse jedoch unverzichtbar, auch wenn Milch nicht gleich Milch ist.

Hier die interessantesten und wichtigsten Infos und Fakten zu Milch auf einen Blick:

Die Kuhmilch

Milch ist eine weiße Flüssigkeit und die Nahrung, die Säugetiere als erstes zu sich nehmen. Auch wenn es mehrere unterschiedliche Milcharten gibt, so ist im allgemeinen Sprachgebrauch üblicherweise von Kuhmilch die Rede, wenn von Milch gesprochen wird.

Entsprechend der EU-Verordnung darf auch nur Kuhmilch als Milch in den Handel gebracht werden. Handelt es sich um Milch oder ein Milcherzeugnis von einem anderen Tier, muss dies auf der Verpackung angegeben sein.

Der durchschnittliche Konsum von Kuhmilch beträgt in Deutschland rund 94 Liter pro Person und Jahr. Weltweite Spitzenreiter sind die Australier mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 107 Litern.  

Die Milch anderer Tiere

Neben Kuhmilch wird auch die Milch anderer Tiere konsumiert. Ein Beispiel hierfür ist Ziegenmilch, die vor allem in Form von Käse eine Rolle spielt. Ziegenmilch kennzeichnet sich durch ihren charakteristischen, aromatischen Geschmack, war früher aber wenig beliebt. Dies lag in erster Linie daran, dass Ziegenmilch schnell Gerüche und Fremdaromen annimmt und daher gerne mal deutlich nach Stall schmeckte.

Aufgrund strenger Hygienevorschriften ist dies heute aber kaum noch der Fall und weil Ziegenmilch besser verträglich ist, wird sie mittlerweile vor allem von denen geschätzt, die Kuhmilch nicht vertragen. Schafsmilch wird in Deutschland, anders als im Mittelmeerraum, kaum konsumiert. Interessanterweise stammt aber mit dem Ostfriesischen Milchschaf einer der Schafrassen, die mit 400 bis 500kg jährlich die meiste Milch geben, aus Deutschland.

Eselmilch ist ähnlich zusammengesetzt wie menschliche Muttermilch und wurde daher in Europa lange Zeit als Säuglingsnahrung für Waisenkinder verwendet. Auch heute noch kommt vielfach Eselmilch als Babynahrung zum Einsatz, wenn das Kind keine Kuhmilch verträgt. Asiatische Steppenvölker hingegen verwenden Stutenmilch als Babynahrung.

Da Stutenmilch aber auch antibakterielle und entzündungshemmende Inhaltsstoffe hat, ist sie bei uns vor allem im Zusammenhang mit kosmetischen und medizinischen Behandlungen bekannt. In Europa kaum bekannt, im nordafrikanischen und arabischen Raum jedoch weit verbreitet, ist Kamelmilch. Kamelmilch ist ähnlich zusammengesetzt wie menschliche Muttermilch und schmeckt wie Kuhmilch. Der Vitamin-C-Gehalt ist bei Kamelmilch jedoch fast viermal so hoch wie bei Kuhmilch.    

Die Sojamilch

Sojamilch stammt ursprünglich aus China und wird als rein pflanzliches Produkt aus der Sojabohne gewonnen. Auch wenn viele den Begriff Sojamilch kennen, darf das Produkt innerhalb der EU nicht als Milch in den Handel gebracht werden, sondern wird meist als Sojadrink angeboten.

Vor allem Menschen, die keine Kuhmilch vertragen, sowie Veganer greifen vielfach auf Sojamilch zurück. Anders als Kuhmilch enthält Sojamilch aber die Vitamine C und B12 nicht und die Anteile von Vitamin B2 und Kalzium sind sehr gering.

Für die Zubereitung von Babynahrung eignet sich Sojamilch ebenfalls nicht.  

Die Milcherzeugnisse

In Deutschland wird Milch nach Fettgehalt eingeteilt verkauft. Vollmilch hat einen Fettgehalt von mindestens 3,5 Prozent, bei fettarmer Milch liegt der Fettgehalt zwischen 1,5 und 1,8 Prozent und entrahmte Milch oder Magermilch enthalten höchstens 0,5 Prozent Fett. Die jeweilige Sortenbezeichnung gibt an, wie die Milch behandelt wurde und wie lange sie haltbar ist. Rohmilch ist unbehandelt und hält sich höchstens drei Tage lang im Kühlschrank.

Pasteurisierte Milch ist gekühlt bis zu zehn Tage lang haltbar, während ESL-Milch bei höheren Temperaturen erhitzt ist und im Kühlschrank etwa drei Wochen lang hält. H-Milch ist ultrahocherhitzt und auch ohne Kühlung über mehrere Wochen haltbar.

Milcherzeugnisse werden auch Molkereiprodukte genannt und sind Lebensmittel, die hauptsächlich aus Milch bestehen. Hierzu gehören einerseits die unterschiedlichen Milchsorten und andererseits fermentierte und extrahierte Milchprodukte. Milcherzeugnisse sind beispielsweise Käse, Joghurt, Butter, Sahne, Quark und Rahm, aber auch Kondensmilch und Milchpulver.

Zudem wird Milch in unterschiedlichen weiteren Nahrungsmitteln verarbeitet, so zum Beispiel in Milchschokolade oder in Milchreis. 

Pro & Contra zu Milch

Milch ist unschlagbar, wenn es um die Versorgung mit Kalzium geht, denn durch einen halben Liter Milch ist der Tagesbedarf eines Erwachsenen zu 50 Prozent gedeckt. Zudem kann der Bedarf an Vitamin B12 sehr gut durch Milch abgedeckt werden, was durch andere Nahrungsmittel nur bedingt möglich ist. So gibt es beispielsweise keine nennenswerten pflanzlichen Alternativen und um den Vitamin B12-Bedarf durch Fleisch oder Fisch abzudecken, müssten verhältnismäßig große Mengen gegessen werden.

Aus ernährungstechnischer Sicht ist fettreiche Rohmilch am gesündesten, denn sie enthält noch alle Vitamine und Inhaltsstoffe, die im Zuge einer Entrahmung und Erhitzung teilweise verloren gehen. Allerdings hat Rohmilch auch entsprechend viele Kalorien und kann Keime enthalten. Zu den größten Kritikern von Milch gehören Veganer.

Sie halten Milch für ein Produkt, dass neugeborenen Säugetieren vorbehalten ist und als tierisches Produkt prinzipiell nicht auf den Speiseplan des Menschen gehört. Immer mal wieder werden daneben Theorien laut, dass Milch an einer Verschleimung des Darms und anderer Organe schuld sein soll. Durch wissenschaftliche Studien sind solche Theorien aber eindeutig widerlegt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der hohe Kaloriengehalt von Milch, der im Verdacht steht, Fettleibigkeit zu begünstigen. Auch hier haben Studien aber gezeigt, dass Milchkonsum in vernünftigen Mengen nicht automatisch zu Übergewicht führt. Der mit Abstand größte Kritikpunkt erklärt sich aber in der Laktoseintoleranz vieler Menschen. Nahezu alle menschlichen Säuglinge vertragen Milch.

Nach der Entwöhnung geht jedoch oft auch die Fähigkeit, Laktase zu bilden, verloren. Dadurch kann Laktose, Milchzucker, nicht gespalten werden und in der Folge leiden sehr viele Menschen unter einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Laktoseintoleranz. Während kleinere Milchmengen häufig unproblematisch sind, können größere Milchmengen zu Blähungen, Bauchkrämpfen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen.

Schuld daran ist der ungespaltene Milchzucker, der im Dickdarm vergärt. Während in Deutschland rund 15 Prozent der Menschen keine Milch vertragen, sind in Südostasien 98 Prozent der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen.

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