Speisen gekonnt anrichten – 7 Profitipps, 1. Teil

Speisen gekonnt anrichten – 7 Profitipps, 1. Teil

Eine alte Weisheit besagt: “Das Auge isst mit.” Und tatsächlich ist an dieser Weisheit viel Wahres dran. Denn wenn eine Speise schön angerichtet und liebevoll dekoriert ist, schmeckt das Essen gleich viel besser.

Ist ein Gericht hingegen auf die Schnelle und ziemlich lieblos auf den Teller geklatscht, kann das die Vorfreude auf das Essen ganz schön trüben.

Natürlich muss nicht jede Mahlzeit so kunstvoll arrangiert werden wie in einem chicen Sternerestaurant. Doch es lohnt sich, sich beim Anrichten etwas Mühe zu geben und das Gericht auch optisch zum Genuss zu machen. Bleibt nur noch die Frage, wie es gelingt, ansprechende Ordnung auf den Teller zu bringen. Dazu haben wir sieben Profitipps zusammengetragen.

Los geht’s aber erst einmal mit den Grundlagen.

 

Speisen gekonnt anrichten – die Basics

Beim Anrichten von Tellern hört die Kreativität nicht auf. Wie schon beim Kochen kann auch beim Anrichten ausprobiert und mit den einzelnen Zutaten gespielt werden. Und selbstverständlich darf jeder Koch seinen ganz eigenen Stil entwickeln, der zu seinem Markenzeichen wird und seine Teller zusammen mit dem Geschmack unverkennbar macht.

Trotzdem gibt es ein paar Grundregeln, die eingehalten werden sollten:

  • Die Größe des Tellers muss zum Gericht passen. So darf der Teller nicht zu klein sein und sollte niemals völlig überladen wirken. Andererseits darf der Teller auch nicht zu groß sein und leer aussehen.
  • Der Tellerrand gehört dem Gast. Auf dem äußeren Rand des Tellers haben Speisen oder Dekorationen nichts zu suchen. Außerdem sollte der Tellerrand immer sauber sein.
  • Das Essen sollte sich gleichmäßig auf dem Teller verteilen. Es wirkt komisch, wenn sich alle Zutaten in der Mitte oder auf einer Seite stapeln und die übrige Fläche leer bleibt.
  • Groß und klein, knusprig und weich, fest und flüssig, dunkel und hell: Ein Teller wirkt besonders ansprechend, wenn unterschiedliche Komponenten aufeinandertreffen und zusammen ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
  • Als Dekoration werden meist frische Kräuter, Obst oder essbare Blumen verwendet. Eine schöne Alternative dazu ist aber, wenn mit einer oder mehreren Zutaten aus dem Gericht dekoriert wird. Zum einen verbindet sich die Dekoration dadurch stimmig mit der Speise. Und zum anderen erfährt der Gast so etwas über das Rezept.
  • Werden Teller für mehrere Gäste angerichtet, dann müssen die Teller alle gleich aussehen.
  • Wird das Gericht zusammen mit einer Soße serviert, sollte sparsam dosiert werden. Die Soße sollte eher wie eine Dekoration wirken. Statt den kompletten Teller zu fluten, ist besser, die Soße separat zu reichen. So kann sich jeder Gast soviel Soße nachnehmen, wie er möchte.
  • Der Hauptakteur auf dem Teller muss das Essen bleiben. Die Dekoration ist nur ein nettes Beiwerk, das dem Gericht nicht die Show stehlen darf.

Profitipp Nr. 1: Weiße oder einfarbige Teller verwenden.

Wie eine weiße Leinwand bei einem Gemälde bildet auch ein schlichter weißer Teller die optimale Grundlage für das kulinarische Kunstwerk. Das klare, reine Weiß schafft einen neutralen Hintergrund, auf dem die verschiedenen Farben und Formen der Zutaten ideal zur Geltung kommen.

Eine Alternative dazu kann ein schwarzer Teller sein. Während Weiß die Farben des Gerichts lebendiger wirken lässt und das Essen in den Vordergrund rückt, verleiht ein schwarzer Teller der Präsentation eine edle, stilvolle Note. Gleiches gilt für einen grauen Teller.

Natürlich kann der Koch auch zu einem Teller in einer anderen Farbe greifen. Allerdings sollte die Tellerfarbe dann auf das Gericht abgestimmt sein. Und der Koch sollte auf warme und kalte Farben achten. Warme Farben wirken anregend und fördern den Appetit, kalte Farben wirken kühl und hemmen die Lust aufs Essen.

Ein Teller in einem kräftigen Rot beispielsweise passt deshalb nicht sehr gut zu einem Dessert mit Eis, während eine warme Hauptspeise auf einem Teller in einem kühlen Blau nicht so richtig schmeckt. Auf einem grünen Teller wiederum kommt ein Blattsalat nicht unbedingt zur Geltung. Insgesamt ist es deshalb besser, wenn es der Koch bei Geschirr in Weiß, Schwarz oder Grau belässt. Denn diese Farben schaffen einen neutralen Hintergrund. Andere Farben hingegen beeinflussen die Wahrnehmung. Und darunter könnte das eigentlich köstliche Gericht leiden.

 

Profitipp Nr. 2: Originelles Geschirr nutzen.

Die einfachste Methode, um Speisen ansprechend anzurichten, ist, Geschirr mit interessanten Formen oder aus ungewöhnlichen Materialien zu verwenden. Wird ein Gericht auf einer ausgefallenen Unterlage oder einem pfiffigen Gefäß serviert, sorgt das für einen schönen Überraschungseffekt und hinterlässt einen bleiben Eindruck.

Ein deftiges Steak beispielsweise kann prima auf einem rustikalen Holzbrett präsentiert werden, während sich eine elegante Vorspeise gut auf einer Schiefertafel macht. Eine Suppe wiederum kann in einem großen Glasbecher daherkommen und ein Dessert lässt sich in einer Tee- oder Kaffeetasse hübsch präsentieren. Das Gericht selbst kommt dann auch ohne großartige Dekoration aus.

 

Profitipp Nr. 3: Mit ungeraden Zahlen arbeiten.

In sehr vielen Bereichen wird mit ungeraden Zahlen gearbeitet. Bei der Inneneinrichtung oder in der Floristik beispielsweise. Und auch beim Anrichten von Speisen wirken ungerade Zahlen besser als gerade.

Ob Häppchen, Kartoffelpuffer, Gemüsescheiben oder Dessertvariationen: Statt zwei oder vier sollten es besser drei oder fünf sein. Für die Farben auf dem Teller gilt das Gleiche. Auch hier sieht es ansprechender aus, wenn sich auf dem Teller drei oder fünf verschiedene Farben finden.

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Veröffentlicht von

Dietmar Beinbach & Tina Fachinger

Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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