8 Fragen zu Margarine

8 Fragen zu Margarine

Butter oder Margarine? – Diese Frage wird regelmäßig zum Diskussionsthema. Wir nehmen die Butteralternative einmal genauer unter die Lupe.

Die einen wollen auf keinen Fall auf Butter verzichten. Die anderen schwören auf Margarine. Auf der einen Seite ist es vermutlich eine Glaubensfrage und eine Sache des persönlichen Geschmacks, welches Produkt in der Küche verwendet wird und welches Produkt als Streichfett auf dem Brot oder Brötchen landet.

Auf der anderen Seite machen regelmäßig verschiedene Aussagen die Runde, etwa wenn es darum geht, welches Produkt gesünder ist oder weniger Kalorien hat. Doch was ist an den Behauptungen dran?

Wir beantworten die achten wichtigsten Fragen zu Margarine!:

 

  1. Was ist gesünder, Margarine oder Butter?

Margarine kann in der Tat gesünder sein als Butter. Denn Butter enthält tierische Fette, die das Cholesterin in die Höhe treiben können. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird deshalb oft empfohlen, tierische Fette möglichst zu meiden.

Ob Margarine aber wirklich gesünder ist, hängt von ihrer Qualität ab. Eine gute, gesunde Margarine besteht hauptsächlich aus Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl. Diese Öle sind reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Dabei handelt es sich um mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Außerdem ist das ungünstige LDL-Cholesterin hier kein Thema.

Allerdings bieten eben längst nicht alle Margarinen ein gesundes Spektrum an Fettsäuren. Etliche Produkte enthalten nämlich nur einen gewissen Anteil an gesunden Ölen und dafür größere Mengen an Kokosfett oder Palmöl. Diese Pflanzenfette haben langkettige, gesättigte Fettsäuren und weisen damit ein Fettspektrum auf, das ähnlich ungünstig ist wie das von tierischen Fetten.

 

  1. Hat Margarine weniger Kalorien als Butter?

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Margarine die bessere Wahl ist, wenn auf eine schlanke Linie geachtet werden soll. Tatsächlich sind die Kalorien in Butter und Margarine nämlich ungefähr gleich hoch.

Wer Kalorien einsparen möchte, kann entweder zu Halbfettbutter oder zu Halbfettmargarine greifen. Beide enthalten mehr Wasser und dadurch weniger Energie. Unterm Strich lassen sich auch durch Halbfettprodukte aber nur ein paar Kalorien sparen. Genauso effektiv ist es daher, ganz normale Butter oder Margarine zu verwenden und dafür die Menge zu reduzieren.

 

  1. Kann Margarine zum Backen und Braten verwendet werden?

Zum Backen eignet sich Margarine genauso gut wie Butter. Bei fast allen Teigen kann die Butter 1:1 durch Margarine ersetzt werden. Und weil bei Kuchen viele verschiedene Aromen zusammenkommen, ist geschmacklich kein Unterschied festzustellen.

Die einzige Ausnahme ist Mürbteig. Auch ein Mürbteig kann zwar mit Margarine hergestellt werden. Allerdings fehlt ihm dann das typische Butteraroma. Wer also beispielsweise Butterplätzchen backen möchte, die den feinen Buttergeschmack haben sollen, kommt um Butter nicht herum.

Was das Braten angeht, so ist Margarine im Vorteil. Denn anders als Butter kann Margarine so hoch erhitzt werden wie das Öl, aus dem sie besteht. Margarine verbrennt also nicht so schnell wie Butter und spritzt auch weniger. Außerdem leitet sie die Wärme durch den enthaltenen Wasseranteil schonend an das Bratgut weiter. Ein feines Butteraroma lässt sich durch Margarine aber natürlich nicht erzielen.

Allerdings können fürs Backen und Braten nur vollwertige Margarinen verwendet werden. Halbfettmargarinen sind nicht geeignet. Denn sie enthalten viel Wasser. Außerdem müssen Zusatzstoffe hinzugefügt werden, damit die Halbfettmargarinen trotz des hohen Wasseranteils streichfähig und schnittfest werden. Beim Braten würde das Pflanzenfett durch das Wasser stark spritzen und beim Backen würde sich die Konsistenz des Teiges verändern.

 

  1. Wie lange hält sich Margarine?

Margarine ist im kalten Zustand nicht nur streichfähiger als Butter, sondern sie hält sich auch länger. Konkret ist die Haltbarkeit von Margarine etwa dreimal so lang wie die von Butter. Dabei sollten beide Produkte im Kühlschrank aufbewahrt werden.

 

  1. Ist Margarine preiswerter als Butter?

Was den Preis angeht, so kann Margarine gegenüber Butter eindeutig punkten. Zwar gibt es selbstverständlich auch bei der Margarine Preisunterschiede. Doch während ein 250-Gramm-Stück Markenbutter derzeit um die 2 Euro kostet, gibt es die gleiche Menge vom pflanzlichen Streichfett schon für etwa ein Viertel. Selbst Bio-Margarine ist nur etwa halb so teuer wie Butter.

 

  1. Ist Margarine eine Alternative für Veganer?

Margarine wird zwar als pflanzliches Streichfett bezeichnet. Doch das bedeutet nicht, dass sie keine tierischen Produkte enthält. Im Unterschied zu Butter weist Margarine eine mitunter sehr lange Zutatenliste auf und längst nicht alle dieser Zutaten sind vegan.

So enthalten viele Margarinen Molke, Magermilchpulver und Joghurt oder Fischöl. Außerdem wird Margarinen meist Vitamin D hinzugefügt. Butter enthält Vitamin D von Natur aus, für die Margarine wird das Vitamin in aller Regel aus Wollfett gewonnen.

Bei Halbfettmargarinen kommt Gelatine zum Einsatz, um das Streichfett zu stabilisieren. Inzwischen sind allerdings auch Margarinen erhältlich, die komplett ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen und damit tatsächlich vegan sind. Zu erkennen ist das meist an der kleinen grünen Pflanze, die als Zeichen auf die Verpackung aufgedruckt ist. Ansonsten hilft nur ein genauer Blick auf die Zutatenliste.

 

  1. Stimmt es, dass Margarine Schadstoffe enthält?

Früher enthielten Margarinen oft Transfettsäuren. Diese nachweislich ungesunden Stoffe entstanden beim Härten des Öls. Inzwischen werden aber andere Produktionsverfahren angewendet, so dass diese Problematik behoben ist.

Dennoch bleiben Schadstoffe in Margarinen ein Thema. So treten beispielsweise erbgutverändernde Glycidyl-Ester auf, wenn Pflanzenöle raffiniert werden. Sie lassen sich letztlich nicht komplett vermeiden.

Schlecht verarbeitetes Palmöl wiederum kann einen Fettschadstoff namens 3-MCPD begünstigen. Daneben können Mineralöle und Kunststoffe in Form von Kohlenwasserstoffen in die Margarinen übergehen. In Tests werden immer wieder Spuren der genannten Schadstoffe gefunden. Die Mengen sind allerdings so gering, dass sie als unproblematisch gelten.

 

  1. In Margarine steckt oft Palmöl. Ist sie deshalb umweltschädlich?

Palmöl ist in Verruf geraten, weil für den massenhaften Anbau des kostengünstigen Pflanzenfettes in großem Umfang Regenwälder vernichtet werden. Neben dem Raubbau an den Regenwäldern fällt die Umweltbilanz auch durch den Transport des Palmöls einmal quer über den Globus ziemlich schlecht aus.

Hinzu kommt, dass Bauernfamilien in die Abhängigkeit und die Armut getrieben werden. Seit einiger Zeit gibt es deshalb Initiativen, die sich für einen nachhaltigen Anbau der Ölpalmen und eine faire Produktion des Pflanzenfettes stark machen.

Wenn der Verbraucher Einfluss nehmen möchte, hat er zwei Möglichkeiten. So kann er entweder zu einer Margarine greifen, die kein Palmöl enthält. Oder er kauft eine Margarine, bei der der Palmölanteil aus nachhaltigem Anbau stammt. Das dazugehörige Zertifikat ist das RSPO-Siegel.

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