Die größten Fehler bei Speisekarten, Teil I

Die größten Fehler bei Speisekarten, Teil I

Die Speisekarte informiert den Gast über das Speise- und Getränkeangebot eines Restaurants. Doch eine gelungene und ansprechende Speisekarte ist nicht nur eine informative Liste, sondern macht Lust auf das kulinarische Erlebnis.

Die Speisekarte gehört zur Grundausstattung eines jeden Restaurants. Dabei ist die Speisekarte aber nicht nur eine Übersicht, die den Gast darüber informiert, was er an Speisen und Getränken bestellen kann. Stattdessen ist die Speisekarte eine Art Visitenkarte und ein Aushängeschild.

Die Speisekarte stellt dem Gast das Konzept des Restaurants vor und stimmt ihn auf den Restaurantbesuch ein. Sieht eine Speisekarte ansprechend aus, fühlt sie sich hochwertig an und überzeugt sie mit aussagekräftigen Inhalten, macht sie gute Werbung für das Restaurant und weckt die Vorfreude des Gastes.

Ist die Speisekarte hingegen nichtssagend, wirkt sie lieblos zusammengestellt oder sieht sie kaputt und schmuddelig aus, wird der Gast nicht viel Gutes erwarten.

 

Die größten Fehler bei Speisekarten

Was ihr Restaurant betrifft, sind die meisten Gastronomen gestandene Profis. Sie kennen ihren Betrieb bestens, beherrschen die Abläufe im Schlaf und haben von der Küche über das Personal bis hin zu den Einkäufen alles im Griff. Allerdings haben die wenigsten Gastronomen gelernt, wie professionelle Speisekarten erstellt werden.

Deshalb fällt es ihnen oft schwer, eine gute Mischung aus ansprechender Optik und aussagekräftigen Inhalten zu finden. Gleichzeitig tauchen immer wieder die gleichen Fehler auf. Welche Fehler das sind, haben wir in einer zweiteiligen Übersicht zusammengestellt. Und Tipps, wie es besser geht, haben wir natürlich ebenfalls parat.

 

Grundsätzliche Fehler

Zunächst einmal lassen sich bei vielen Speisekarten ein paar grundlegende Fehler beobachten:

 

Die Speisekarte ist zu umfangreich.

So mancher Gastronom gestaltet sein Speisenangebot sehr umfangreich. Die Idee dahinter ist, dass das breitgefächerte Angebot den Geschmack möglichst vieler Gäste treffen soll. Im Idealfall soll jeder Gast etwas finden, das ihn anspricht. Eine große Speisekarte geht aber mit mehreren Nachteilen einher:

  • Je größer die Auswahl ist, desto schwerer wird es für den Gast, sich für ein Gericht zu entscheiden. Hinzu kommt, dass der Gast Schwierigkeiten haben wird, sein ganz persönliches Lieblingsgericht, das es so nur in diesem Restaurant gibt und wegen dem er extra hierherkommt, auszumachen.
  • Eine sehr breitgefächerte Speisekarte lässt das Konzept des Restaurants nicht erkennen. Stattdessen entsteht mitunter der Eindruck, dass das Restaurant von allem ein bisschen macht, sich ansonsten aber nicht auf eine klare Linie festlegen will.
  • Manchmal fühlt sich ein Gast durch eine sehr lange Speisekarte ein wenig verschaukelt. Das passiert vor allem dann, wenn in der Karte zwar viele Gerichte stehen, die Gerichte aber im Prinzip alle gleich sind und jeweils nur ein oder zwei Zutaten ausgetauscht werden.
  • Je mehr unterschiedliche Gerichte auf der Speisekarte stehen, desto mehr Lebensmittel und Zutaten müssen vorrätig sein. Gleichzeitig steigt die Anzahl der notwendigen Handgriffe deutlich. Ist das Restaurant gut besucht, kann die Küche dadurch ganz schön ins Schwimmen kommen.

Der Gastronom sollte sich für eine Linie entscheiden. Außerdem sollte er besser nur ein paar ausgewählte Gerichte anbieten und diese dafür perfekt zubereiten. Sechs bis höchstens zehn Hauptspeisen sind die Obergrenze. Um Abwechslung ins Angebot zu bringen und saisonale Produkte aufzugreifen, kann er schließlich mit wechselnden Tagesgerichten, Sonntag- und Feiertagsmenüs oder zusätzlichen Wochen- oder Monatskarten arbeiten.

 

Die Speisekarte enthält zu viele Fachausdrücke.

Die Fachbegriffe für Gerichte, Zutaten und Zubereitungsmethoden sind einem erfahrenen Gastronom natürlich geläufig. Ein Gast bringt dieses Fachwissen jedoch oft nicht mit. Deshalb wird er mit einer Speisekarte, die zwar wunderschön aussieht, aber lauter ihm unbekannte Fachausdrücke aneinanderreiht, nichts anfangen können.

Und viele Gäste schämen sich, den Kellner zu fragen, was ein Fremdwort bedeutet. Diese Blöße möchten sie sich nicht geben, schon gar nicht, wenn sie in Begleitung sind. Der Gastronom sollte für seine Speisekarte deshalb eine eher einfache und vor allem auch für Laien verständliche Sprache wählen. Um auf Nummer sicher zu gehen, fragt er am besten eine Person, die nichts mit Gastronomie zu hat, ob ihr die Namen und Beschreibungen in der Speisekarte etwas sagen.

 

Die Speisekarte enthält Rechtschreibfehler.

Es klingt zwar banal, aber Rechtschreib- und Grammatikfehler haben in einer Speisekarte nichts zu suchen. Sie wirken nämlich unprofessionell und können im schlimmsten Fall sogar zu Missverständnissen führen. Der Gastronom sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass seine Speisekarte grammatikalisch richtig formuliert und korrekt geschrieben ist.

Und dabei ist eine Kontrolle zuviel besser als eine Kontrolle zu wenig. Schreibt der Gastronom seine Speisekarte selbst, sollte er zunächst die Rechtschreib- und Grammatikprüfung seines Textverarbeitungsprogramms bemühen. Anschließend sollte er die Texte selbst noch einmal überprüfen.

Zu guter Letzt sollte er einen Dritten bitten, sich die Speisekarte anzuschauen. Denn einem Außenstehenden fallen Fehler in einem Text, den er nicht selbst geschrieben hat, wesentlich schneller auf.

 

Gestalterische Fehler

Ein Gast zieht vom Anblick der Speisekarte Rückschlüsse auf die Arbeitsweise des Restaurants und die Qualität der Küche. Stehen auf den Tischen einfallslose, unvollständige, abgegriffene oder sogar verschmutzte Speisekarten herum, wird der Gast befürchten, dass das Restaurant auch ansonsten nicht besonders viel Mühe investiert und die Hygiene eher locker nimmt.

Typische Fehler in diesem Zusammenhang sind folgende:

 

Das Material für die Speisekarte ist unglücklich gewählt.

Eine Speisekarte kann rechteckig, quadratisch, rund oder ungleichmäßig geformt sein. Sie kann aus einem Umschlag mit Innenseiten bestehen, wie ein Buch gebunden sein, wie ein gefaltetes Prospekt aussehen, wie eine Zeitung mehrere lose ineinandergelegte Blätter umfassen, als Tafel daherkommen oder an ein kleines Poster erinnern.

Beim Material kann es sich um Papier, Karton, Kunststoff, Leder, Holz oder Schiefer handeln. Doch unabhängig davon, woraus die Speisekarte besteht und welches Format sie hat, sollte der Gastronom immer darauf achten, dass folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Die Speisekarte sollte möglichst langlebig und unempfindlich sein. Sie sollte nicht schon nach wenigen Malen Durchblättern auseinanderfallen, abgegriffen wirken oder zerfleddert aussehen.
  • Die Speisekarte sollte bei Bedarf gereinigt werden können.
  • Die Speisekarte sollte einen hochwertigen Eindruck machen. Selbst wenn die Speisekarte aus einem einfachen Material wie Papier besteht, sollte sie nicht wie ein billiges Massenprodukt wirken.
  • Der Gast sollte die Speisekarte gut handhaben können.
  • Fällt die Wahl auf eine Speisekarte mit austauschbaren Innenseiten, müssen die Innenseiten auch wirklich problemlos austauschbar sein. Es macht keinen guten Eindruck, wenn die Blätter verknittert und ramponiert sind, bis sie in den Hüllen stecken.

Die Speisekarte ist schwer zu entziffern.

Bei einer Speisekarte ist die Optik genauso wichtig wie der Inhalt. Und natürlich braucht die Speisekarte eine individuelle Note. Schließlich soll die Speisekarte zum Gesamtbild passen und auf den ersten Blick als die Speisekarte dieses Restaurants zu erkennen sein.

Eine Speisekarte, die so auch in jedem anderen Restaurant ausgegeben werden könnte, verfehlt ihre Wirkung. Aber eine Speisekarte muss auch lesefreundlich gestaltet sein. Eine hellgraue Schrift auf einem bordeauxroten Papier und dazu ein dekorativer Rand aus schwarzen Ornamenten und silbernen Linien beispielsweise sehen sicher ansprechend aus.

Doch wenn das Licht etwas gedämmt ist, wird sich der Gast schwertun, die Schrift zu entziffern. Bei der Gestaltung der Speisekarte ist deshalb etwas Zurückhaltung gefragt. Es gilt, die richtige Mischung aus kreativem Design, übersichtlichem Layout und Lesefreundlichkeit zu finden.

In Teil II geht es mit inhaltlichen Fehlern bei Speisekarten und Tipps für die Auswahl einer Vorlage weiter.

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