5 Irrtümer über die Lagerung von Wein

5 Irrtümer über die Lagerung von Wein

Schon Goethe wusste, dass das Leben zu kurz ist, um schlechten Wein zu trinken. Und für viele gehört ein gutes Glas Wein zu einem leckeren Essen oder einem geselligen Abend einfach dazu. Doch damit ein edler Tropfen serviert werden kann, muss er natürlich zur Hand sein. Deshalb legen sich Restaurants und Weinliebhaber oft einen gewissen Vorrat an.

5 Irrtümer über die Lagerung von Wein

Allerdings ranken sich viele Mythen und Halbwahrheiten um die richtige Lagerung von Wein. Wir räumen deshalb mit fünf gängigen Irrtümern auf!:

Irrtum Nr. 1: Ein Weinkeller muss sich im Keller befinden.

Der Begriff Weinkeller bezeichnet nicht unbedingt einen Raum im Untergeschoss, in dem Wein gelagert wird. Vielmehr ist Weinkeller ein allgemeiner Sammelbegriff für abgeschlossene Räume, die das richtige Klima für Wein bieten. Wie groß diese Räume sind und wo im Gebäude sie sich befinden, spielt keine Rolle.

Tatsächlich wird nur ein Bruchteil aller Weinkeller wirklich im Keller installiert. Das liegt zum einen daran, dass längst nicht alle Gebäude so unterkellert sind, dass überhaupt ein Raum für die Weinlagerung zur Verfügung steht.

Zum anderen möchte jemand, der in ansprechende Regale und Schränke investiert, sein Lager oft nicht irgendwo im Keller verstecken, sondern seinen Gästen präsentieren.

Ein Mythos ist außerdem, dass die Lagerbedingungen unter der Erde automatisch besser sind als über der Erde. Im Gegenteil ist es vielmehr so, dass die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Keller nicht konstant sind.

Um optimale Bedingungen zu schaffen, muss deshalb meist ohnehin ein System installiert werden, das die Temperaturen reguliert. Das gilt in einem unterirdischen Raum genauso wie in allen anderen Räumen über der Erde.

Oft spielt die Klimatisierung aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Wenn ein Weinkeller eingerichtet wird, ist Gastronomen und Weinliebhabern häufig die Optik wichtiger. Die Weinregale und -schränke sollen dekorativ aussehen und vom Stil, der Farbe und der Beleuchtung her zur Einrichtung passen.

Irrtum Nr. 2: Ein klimatisierter Weinkeller muss nicht isoliert sein.

Ein System, das das Klima im Weinkeller regelt, reicht alleine nicht aus. Stattdessen muss ein Weinkeller immer auch isoliert sein. Denn zum einen entsteht auf der gegenüberliegenden Seite Kondenswasser, wenn eine unisolierte Wand von einer Seite gekühlt wird. Im Laufe der Zeit kann das zu Schimmelbildung führen.

Zum anderen verbrauchen nicht isolierte Weinkeller viel mehr Energie für die Kühlung. Es ist der gleiche Effekt, der bei der Heizung oder Klimaanlage in einem Haus auftritt, das nicht gedämmt ist.

Auch hier hat die fehlende Isolierung zur Folge, dass viel mehr Energie notwendig ist, um die gewünschten Temperaturen zu erreichen.

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Irrtum Nr. 3: Wein muss dunkel gelagert werden.

Dass Wein dunkel gelagert werden muss, ist ein Mythos. Tatsächlich hat das sichtbare Licht keinen Einfluss auf den Wein. Etwas anders sieht es mit UV-Strahlen aus. Ähnlich wie sie der menschlichen Haut Schaden zufügen oder Textilien und Holz ausbleichen können, können sie auch Wein beschädigen.

Ein Standort direkt gegenüber dem Fenster, durch das ständig Sonnenlicht fällt, ist deshalb ein denkbar ungünstiger Ort für ein Weinregal.

Glaswände in einem Weinkeller und die Glastüren vor Weinschränken sollten grundsätzlich über einen UV-Filter verfügen. Für die Beleuchtung sollten ausschließlich LEDs zum Einsatz kommen, denn als einzige Lichtquelle emittieren sie keine UV-Strahlen. Ansonsten muss der edle Tropfen aber nicht im Dunkeln verschwinden.

Irrtum Nr. 4: Der Wein aus dem Weinkeller kann direkt serviert werden.

Die Lager- und die Trinktemperatur von Wein unterscheiden sich voneinander. So liegt die optimale Temperatur für das Lagern von Weinen bei 12 Grad Celsius.

Das gilt für Rot-, Rosé- und Weißweine genauso wie für Dessert- und Portweine. Auch Champagner, Sekt und Bier sollten am besten bei dieser Temperatur gelagert werden.

Die optimale Trinktemperatur hingegen kann je nach Weinsorte viel höher oder niedriger sein. Wer stets servierfertigen Wein bereithalten möchte, sollte deshalb einen Weinkeller mit der richtigen Lagertemperatur einrichten und zusätzlich dazu einen Weinkühlschrank mit Trinktemperatur aufstellen.

Irrtum Nr. 5: Günstiger Wein verdirbt schneller als teurer Wein.

Natürlich macht es Sinn, sich über die optimale Lagerung von einem Wein, bei dem die Flasche 500 Euro kostet, mehr Gedanken zu machen als bei einem 5-Euro-Wein. Doch grundsätzlich gibt es bei der Empfindlichkeit gegenüber der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit keine Unterschiede zwischen den beiden Flaschen.

Wie lagerfähig ein Wein ist, hat wenig mit dem Preis zu tun. Entscheidend sind vielmehr Faktoren wie die Rebsorte, der Säureanteil und der Alkoholgehalt. Allerdings können Weine mit einem Naturkorken schneller verderben.

Solche Flaschen sollten deshalb immer im Liegen gelagert werden. Im Unterschied dazu können Weinflaschen mit einem Schraubverschluss oder einem Stopfen aus Glas auch aufrecht im Weinregal stehen.

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Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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