Infos und Tipps rund um Knoblauch

Infos und Tipps rund um Knoblauch

Er wird geliebt oder gehasst, mit Genuss verzehrt oder strikt gemieden: Die Rede ist vom Knoblauch. Doch wo kommt die Knolle eigentlich her? Was steckt im Knoblauch? Wie wird er verwendet? Und wie sollte er am besten gelagert werden?

Hier sind Infos und Tipps rund um Knoblauch!:

Die Geschichte und die Herkunft vom Knoblauch

Die Geschichte von der wohlschmeckenden Knolle reicht mindestens 6.000 Jahre zurück. Schon in der Antike wurde Knoblauch als Nahrungsmittel und als Heilmittel genutzt. Im alten Ägypten bekamen Sklaven jeden Tag eine Portion Knoblauch. Er sollte ihnen einerseits Kraft geben und sie andererseits vor Darmparasiten und anderen Infektionskrankheiten schützen.

Auch die Sportler im antiken Griechenland und die Gladiatoren im alten Rom waren von der Kraft des Knoblauchs überzeugt. Vor allem vor Wettkämpfen aßen sie große Mengen davon. Aus dem Mittelmeerraum gelangte die Knoblauchknolle dann schließlich auch zu uns. Doch obwohl dem Knoblauch sein Ruf als heilsames Nahrungsmittel vorauseilte, dauerte es seine Zeit, bis er sich hierzulande als Zutat und Gewürz in der Küche etablieren konnte.

Heute ist China der Hauptproduzent von Knoblauch. Mit mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr werden über 80 Prozent der weltweiten Knoblauchernte hier angebaut. Die Anbaufläche in China erstreckt sich über eine Fläche von 800.000 Hektar. Mit einer Anbaufläche von gut 20.000 Hektar und einer Menge von knapp 180.000 Tonnen jährlich ist Spanien der europäische Hauptlieferant von Knoblauch.

In Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 20.000 Tonnen Knoblauch verzehrt. Der größere Teil davon stammt aus Spanien, der zweitgrößte Importeur ist China. Der edelste Knoblauch kommt jedoch aus Frankreich. In unserem Nachbarland werden bevorzugt Sorten mit roter Schale angebaut, die sich durch ihren besonders feinen Geschmack kennzeichnen. Erhältlich ist der Luxus-Knoblauch allerdings meist nur in Feinkostläden oder bei ausgewählten Ständen auf dem Wochenmarkt.

In Deutschland findet sich Knoblauch in vielen Haus- und Hobbygärten. Auch Gemüsebauern begeistern sich zunehmend für die Knolle. Dabei wird heimischer Knoblauch vor allem frisch, also noch nicht getrocknet, verkauft. Frischer Knoblauch ist an den sattgrünen Stängeln zu erkennen. Statistische Angaben darüber, wie viel Knoblauch in Deutschland angebaut wird, gibt es bislang aber nicht.

Die gesunden Inhaltsstoffe von Knoblauch

Knoblauch enthält eine Fülle an gesunden Inhaltsstoffen. Neben verschiedenen Mineralien und Vitaminen zählt hierzu der schwefelhaltige Wirkstoff Allicin. Allicin schützt die Knoblauchpflanze vor dem Kaputtgehen. Als Inhaltsstoff im Essen wirkt Allicin gegen Bakterien, Viren und Pilze.

Wer eine Erkältung mit den typischen Begleiterscheinungen wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit hat, kann also guten Gewissens zu Knoblauch greifen. Der regelmäßige Verzehr von Knoblauch soll außerdem den Blutdruck senken, die Blutgefäße reinigen und damit einer Arteriosklerose vorbeugen.

Auch eine vorbeugende Wirkung bei verschiedenen Krebserkrankungen wird dem Knoblauch nachgesagt. Die gesunden Effekte vom Knoblauch lassen sich jedoch nicht an einem bestimmten Inhaltsstoff festmachen. Es ist vielmehr das Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe, also gewissermaßen das Gesamtpaket.

Übrigens: Es gibt viele Menschen, die Knoblauch nicht vertragen. Das ist eigentlich auch kein Wunder. Denn wo es viele Wirkungen gibt, gibt es meist genauso viele Nebenwirkungen. Doch auch wer keinen Knoblauch verträgt, muss nicht zwangsläufig auf das Aroma verzichten.

Die Knoblauchzehen können nämlich mitgekocht oder mitgebraten und vor dem Essen einfach herausgenommen werden. Noch sanfter wird das Aroma, wenn der Kochtopf, die Pfanne oder die Salatschüssel nur mit einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe ausgerieben wird.

Die Verwendung von Knoblauch in der Küche

Wie die Zwiebel gehört auch der Knoblauch in die Familie der Allium-Gewächse. Und was die Wirk- und Nährstoffe angeht, sind die Zwiebel und der Knoblauch gleich. Nur sind die Inhaltsstoffe im kleineren und kompakteren Knobloch noch konzentrierter.

Ein weiterer Unterschied ist, dass der Knoblauch dem Koch keine Tränen in die Augen treibt, wenn dieser die geschälten Zehen kleinschneidet, hackt, zerdrückt oder presst.

In der Küche ist der Knoblauch, ähnlich wie die Zwiebel, ein echter Allrounder. Er passt zu Fleisch und Fisch, zu Gemüse und Hülsenfrüchten sowie zu Nudel- und Reisgerichten. Er kann in Salaten und Vorspeisen, in Suppen und in Hauptgerichten verwendet werden.

Dabei kann Knoblauch sowohl roh verspeist als auch gekocht, gedämpft, gedünstet und gebraten werden. Beim Anbraten ist allerdings etwas Vorsicht geboten. Denn wenn der Knoblauch zu braun wird, schmeckt er schnell unangenehm bitter.

Eine Spezialität aus der französischen Küche ist geräucherter Knoblauch. Ähnlich wie Fleisch, Fisch oder Wurst werden frische Knoblauchknollen dabei in den Rauch gehängt. Das Räuchern verleiht den Schalen eine goldgelbe Farbe, konserviert den Knoblauch und verleiht ihm den typischen Geschmack von Geräuchertem. Gerade wegen dieser Geschmacksnote wird geräucherter Knoblauch gerne auch in der vegetarischen und der veganen Küche verwendet.

Tipps zum Einkauf und zur Lagerung von Knoblauch

Im Handel wird meist getrockneter Knoblauch angeboten. Sind die Stängel noch dran, sind sie weiß und gerne zu Zöpfen geflochten. Die Knollen sind fest und riechen nicht. Der Knoblauchgeruch entwickelt sich erst, wenn die Knoblauchzehen geschält und bearbeitet werden.

Beim Kauf macht es deshalb durchaus Sinn, an den Knollen zu riechen. Ist bestenfalls ein Hauch von Knoblauchduft zu erahnen, ist alles in Ordnung. Riecht der Knoblauch hingegen deutlich nach Knoblauch oder einem anderen Aroma, sollte er nicht gekauft werden. Gleiches gilt, wenn die Knollen leicht muffig riechen. Dann sind sie nämlich überlagert.

Bei normaler Raumtemperatur hält sich Knoblauch mehrere Wochen. Gut ist, wenn er dabei eher schattig und trocken aufbewahrt wird. Nach einer gewissen Zeit beginnt der Knoblauch dann zu keimen.

Knoblauchbutter und Knoblauchöl selber machen

Knoblauchbutter lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Dazu werden, je nach Geschmack, eine oder zwei Knoblauchzehen geschält und in kleine Stücke gehackt. Darüber kommt ein guter Esslöffel Salz.

Mit dem Rücken einer Gabel wird der Knoblauch dann zerdrückt und gleichzeitig mit dem Salz vermengt. Die Salz-Knoblauch-Paste wird anschließend mit weicher Butter vermischt. Die Knoblauchbutter kann nun entweder auf ein Brot gestrichen oder als Knoblauchbaguette im Backofen zubereitet werden. In kleine Portionen aufgeteilt, passt die Knoblauchbutter prima zu Steaks und Gemüse.

Ein Knoblauchöl eignet sich auch für diejenigen, die Knoblauch nicht vertragen oder nur das Aroma möchten. Dafür werden zwei geschälte Knoblauchzehen in eine kleine Flasche gegeben und mit etwa 250 ml Öl übergossen. Das Öl nimmt so den Geschmack des Knoblauchs an.

Und was hilft gegen den Knoblauchgeruch?

Es gibt jede Menge Tipps und Tricks, die dem Knoblauchgeruch angeblich entgegenwirken sollen. Wirklich funktionieren, tun sie aber alle nicht. Das liegt daran, dass das schwefelhaltige Allicin im Verdauungstrakt umgewandelt wird und anschließend buchstäblich verdampft.

Das erfolgt zum einen über den Atem und zum anderen über die Haut. Kräuter wie Petersilie, Minze oder Koriander und Milchprodukte wie Joghurt und Quark können den Geruch zwar etwas mildern. Hilfreich kann auch sein, den grünen Keim im Inneren der Knoblauchzehen zu entfernen.

Letztlich ist das effektivste Mittel gegen Knoblauchgeruch aber, nicht zuviel davon zu essen. Oder die Freunde einfach zum gemeinsamen Essen einzuladen. Denn wenn alle Knoblauch gegessen haben, stört sich niemand am Geruch des anderen.

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