Superfood Schwarzwurzeln – Infos und Rezepttipp

Superfood Schwarzwurzeln – Infos und Rezepttipp

Schwarzwurzeln wurden lange Zeit recht stiefmütterlich behandelt. Schließlich galten sie als der Spargel des armen Mannes. Doch jetzt feiert das Wintergemüse sein großes Comeback.

Schwarzwurzeln hatten noch nie ein wirklich gutes Image und es schien, als würden sie allmählich in Vergessenheit geraten. Doch jetzt haben Ernährungsexperten, Köche und Gourmets das Wintergemüse wiederentdeckt. Und das ist auch gut so, denn Schwarzwurzeln sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund.

Die braunschwarzen Stangen, die zwischen 30 und 50 Zentimeter lang sind, wurden im Mittelalter als Heilpflanzen verwendet. Die Menschen waren seinerzeit überzeugt davon, dass Schwarzwurzeln gegen Pest und bei Schlangenbissen helfen würden.

Erst später kamen sie auf die Idee, das weiße Innere zu essen und Schwarzwurzeln als Gemüse anzubauen. Das war um das Jahr 1700 herum. Beheimatet sind Schwarzwurzeln ursprünglich in Spanien. Doch heute kommen die Schwarzwurzeln, die am Gemüsestand erhältlich sind, in erster Linie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Dabei haben Schwarzwurzeln von Oktober bis April Saison. Doch was steckt eigentlich in dem Wintergemüse? Und wie wird es zubereitet?

Hier sind Infos und ein Rezepttipp zum angesagten Superfood:

 

Superfood Schwarzwurzeln – das steckt drin

In Notzeiten wurden Schwarzwurzeln als Kaffeeersatz verwendet und ansonsten wegen ihres Aussehens oft als Spargel für Arme abgetan. Dabei bieten Schwarzwurzeln so viele gesunde und wertvolle Inhaltsstoffe, dass sie guten Gewissens als Superfood bezeichnet werden können. Ein riesiger Pluspunkt ist der enorm hohe Gehalt an Ballaststoffen.

Verglichen mit allen anderen Gemüsesorten, werden Schwarzwurzeln in Sachen Ballaststoffgehalt nur von Kidneybohnen noch übertroffen. Bereits 150 Gramm Schwarzwurzeln reichen aus, um die empfohlene Tagesmenge an Ballaststoffen von 30 Gramm zu decken.

Bei der gleichen Menge Karotten sind es im Vergleich dazu weniger als fünf Gramm Ballaststoffe. Unter dem Begriff Ballaststoffe werden verschiedene Substanzen zusammengefasst, die unverdaut in den Dickdarm weitergeleitet werden. Dabei kennzeichnen sich die Ballaststoffe der Schwarzwurzeln vor allem durch ihren hohen Anteil an Inulin. Im Dickdarm wird das Inulin fast vollständig von den nützlichen Bifidobakterien verarbeitet, die sich daraufhin kräftig vermehren.

Dadurch trägt das Inulin zu einer gesunden Darmflora bei. Eine gesunde Darmflora wiederum ist wichtig, damit Krankheitserreger abgewehrt, Entzündungen bekämpft und das Immunsystem gestärkt werden kann. Dies ist auch der Grund, warum vielen Lebensmitteln wie Backwaren, Fruchtsäften oder Müslis Inulin als sogenanntes Präbiotikum hinzugefügt wird. Bei empfindlichen Personen kann Inulin allerdings Blähungen und Durchfall hervorrufen.

Der zweite große Pluspunkt von Schwarzwurzeln ist der hohe Anteil an Vitamin E. Von allen Gemüsesorten haben Schwarzwurzeln den höchsten Gehalt des zellschützenden Vitamins. Darüber hinaus sind Schwarzwurzeln reich an Kalium, Eisen und Folat, einem B-Vitamin. Gleichzeitig sind Schwarzwurzeln ideal für alle, die auf die schlanke Linie achten. Denn 100 Gramm Schwarzwurzeln haben gerade einmal 19 Kilokalorien.

 

Superfood Schwarzwurzeln – so werden sie zubereitet

Qualitativ hochwertige Schwarzwurzeln sind dickfleischig und fest. Die Stangen sind gerade und weisen keine Schadstellen auf. Beim Verarbeiten von Schwarzwurzeln sollten am besten Einweghandschuhe getragen werden. Alternativ ist möglich, die Hände mit reichlich Öl einzureiben.

Die Kleidung sollte durch eine Schürze geschützt werden. Denn beim Schälen tritt ein klebriger und milchiger Saft aus, der für dunkle Verfärbungen auf der Haut und unschöne Flecken auf der Kleidung sorgt.

Damit die Schwarzwurzeln ihre schöne, weiße Farbe behalten, werden sie direkt nach dem Schälen in Wasser mit einem guten Schuss Essig oder Zitronensaft gelegt. Andersherum ist das Schälen aber ebenfalls möglich. Dafür werden die Schwarzwurzeln unter fließendem Wasser abgebürstet und ungeschält etwa 20 Minuten lang in Salzwasser gegart.

Anschließend werden die Stangen kalt abgeschreckt. Danach kann die schwarze Schale einfach abgezogen werden. Sollen die frisch gekauften Schwarzwurzeln nicht gleich verarbeitet werden, können sie, ähnlich wie Spargel, in ein feuchtes Tuch eingewickelt und ins Gemüsefach des Kühlschranks gelegt werden. So bleiben sie etwa eine Woche lang frisch.

Schwarzwurzeln lassen sich in der Küche sehr vielseitig einsetzen. Und tatsächlich lässt sich hier durchaus eine Parallele zum Spargel ziehen, auch wenn Schwarzwurzeln und Spargel eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Doch ähnlich wie Spargel können Schwarzwurzeln als Suppe zubereitet, in einer Gemüsepfanne verarbeitet oder als Beilage zu Fleisch und Fisch serviert werden.

Und genauso wie Spargel werden Schwarzwurzeln meistens gekocht, allerdings in einfachem Salzwasser. Doch roh oder in dünne Scheiben geschnitten und kurz angebraten schmecken sie ebenfalls sehr gut.

 

Rezepttipp: Salat aus Schwarzwurzeln

Schwarzwurzeln werden meist warm serviert, beispielsweise als Suppe oder Gemüsebeilage. Doch es geht auch anders. Köstlich ist zum Beispiel ein Salat, der lauwarm oder kalt gegessen werden kann. Für den Salat, der für vier Personen reicht, werden benötigt:

  • 800 Gramm Schwarzwurzeln
  • Mehl und Essig
  • 3 Esslöffel weißer Balsamico-Essig
  • 1 Esslöffel mittelscharfer Senf
  • 1 Esslöffel Honig
  • 5 Esslöffel Sonnenblumen- oder Rapsöl
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Esslöffel frische Kräuter nach Geschmack, z.B. Petersilie, Schnittlauch und Basilikum

Als erstes wird das Wasser vorbereitet, in das die geschälten Schwarzwurzeln gelegt werden, damit sie sich nicht verfärben. Für das Bad werden je zwei Löffel Mehl und Essig in einen Liter Wasser eingerührt.

Dann werden die Schwarzwurzeln unter fließendem Wasser abgebürstet, geschält und in etwa zwei Zentimeter lange Stücke geschnitten. Die vorbereiteten Schwarzwurzelstücke werden sofort in das vorbereitete Wasser gegeben. Ist das Gemüse vorbereitet, wird ein Topf mit reichlich Salzwasser aufgestellt. Darin werden die Schwarzwurzeln etwa 20 Minuten lang gegart. Anschließend wird das Kochwasser abgeschüttet und die Schwarzwurzeln beiseite gestellt, damit sie abtropfen können.

In der Zwischenzeit wird das Dressing zubereitet. Dafür werden der weiße Balsamico-Essig, der Senf, der Honig und das Öl miteinander verrührt. Gewürzt wird die Salatsoße mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern. Dann werden die Schwarzwurzeln mit dem Dressing vermischt. Der Salat sollte nun etwa eine halbe Stunde lang ziehen. Danach kann er mit frischem Baguette serviert werden. Guten Appetit!

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Veröffentlicht von

Dietmar Beinbach & Tina Fachinger

Hier schreiben Tina Fachinger, 36 Jahre alt, Ernährungsberaterin und Dietmar Beinbach, geboren 1968, Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Hobbyköchen und der Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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