Pflanzendrinks als Milchersatz selber machen – Infos und Rezepte, Teil I

Pflanzendrinks als Milchersatz selber machen – Infos und Rezepte, Teil I

Ob wegen einer vorliegenden Unverträglichkeit, um auf tierische Produkte zu verzichten oder weil ein bestimmtes Aroma gewünscht ist: Es kann verschiedene Gründe geben, warum die klassische Kuhmilch durch eine pflanzliche Alternative ersetzt werden soll. Pflanzendrinks als Milchersatz gibt es in vielen verschiedenen Varianten und das Angebot in den Supermärkten wächst stetig. Doch die Drinks lassen sich auch selbst herstellen.

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Pflanzendrinks als Milchersatz selber machen - Infos und Rezepte, Teil I

Das spart nicht nur Kosten, sondern eröffnet vor allem die Möglichkeit, den Geschmack individuell zu variieren. In einer Beitragsreihe verraten wir Infos und Rezepte für verschiedene Pflanzendrinks als Milchersatz zum Selbermachen!:

Die grundlegenden Arbeitsschritte bei Pflanzendrinks

Pflanzliche Alternativen zu Kuhmilch werden aus verschiedenen Samen, Nüssen, Bohnen oder Hülsenfrüchten hergestellt. Dazu werden sie meist zunächst in Wasser eingeweicht. Wichtig an dieser Stelle ist, die Einweichzeiten einzuhalten. Denn nur so ist sichergestellt, dass schädliche Inhaltsstoffe abgebaut werden.

Nach dem Einweichen wird das Pflanzenmaterial abgespült und mit Wasser püriert. Dafür wird ein leistungsstarker Mixer oder ein Pürierstab benötigt. Anschließend wird die pürierte Masse durch ein Sieb geschüttet.

Um zu verhindern, dass kleinere Stückchen im Pflanzendrink verbleiben, sollte das Sieb mit einem Geschirrtuch ausgelegt werden. Das Geschirrtuch hilft außerdem dabei, die ganze Flüssigkeit aus dem Pflanzenmaterial zu pressen.

Das ausgepresste Pflanzenmaterial muss nicht entsorgt werden. Stattdessen lässt es sich vielseitig weiterverarbeiten, zum Beispiel in Form von Plätzchen oder als Zutat in Pfannkuchen.

Sojadrink

Ein Pflanzendrink aus Sojabohnen kommt Kuhmilch mit Blick auf den Nährstoffgehalt am nächsten. Er lässt sich auch ähnlich vielseitig verwenden wie Kuhmilch. Allerdings hat der Sojadrink einen süßlichen Geschmack, der an Bohnen erinnert und nicht jedermanns Sache ist.

Für den Sojadrink werden benötigt:

  • Sojabohnen

  • Wasser

  • optional: Süßungsmittel nach Wahl, z. B. Zucker, Honig oder Datteln

Die Herstellung

Die Sojabohnen in eine Schüssel geben, mit reichlich Wasser übergießen und über Nacht im Wasser einweichen lassen. Am nächsten Tag das Einweichwasser abschütten und die Sojabohnen unter fließendem Wasser noch einmal gut abspülen.

Anschließend die eingeweichten Sojabohnen mit frischem Wasser sehr fein pürieren. Das Mischungsverhältnis beträgt 1:10, auf zum Beispiel 100 Gramm Sojabohnen wird also ein Liter Wasser gegeben. Wer möchte, kann vor dem Pürieren noch ein Süßungsmittel hinzufügen.

Dann ein Sieb mit einem Geschirrtuch auslegen und die Masse durch das Sieb schütten. Das Geschirrtuch kräftig ausdrücken, um die verbliebene Flüssigkeit herauszupressen.

Der rohe Sojadrink ist zum Verzehr noch nicht geeignet, sondern muss unbedingt abgekocht werden. Dafür den Drink in einen ausreichend großen Topf geben und unter Rühren langsam erhitzen. Anfangs schäumt er stark, das Schäumen hört aber schnell wieder auf. Den Drink nun etwa 15 Minuten lang köcheln lassen und dabei gelegentlich umrühren.

Zum Schluss den heißen Sojadrink in eine saubere, keimfreie Flasche füllen und die Flasche verschließen. Nach dem Abkühlen hält sich der Sojadrink im Kühlschrank bis zu fünf Tage.

Tipp:

Wird der Sojadrink kalt in den Kaffee gegeben, kann er ausflocken. Das lässt sich vermeiden, indem der Pflanzendrink zuvor erwärmt oder aufgeschäumt wird.

Haferdrink

Hafer ist reich an Kalium, Phosphor und Ballaststoffen, die die Verdauung fördern. Allerdings enthält er neben reichlich Kalorien auch Gluten. Bei einer Gluten-Unverträglichkeit ist ein Haferdrink deshalb ungeeignet.

Für den Haferdrink werden folgende Zutaten benötigt:

  • 80 Gramm Hafer (in ganzen Körnern)

  • 1 Liter Wasser

  • Süßungsmittel nach Wahl, wenn gewünscht

Die Zubereitung

Die Haferkörner in eine Schüssel geben und mit der doppelten Menge Wasser übergießen. Dann mehrere Stunden lang einweichen lassen, am besten über Nacht.

Das Einweichwasser abschütten und den Hafer in einem Sieb gründlich abspülen. Anschließend den Hafer mit einem Liter Wasser und eventuell einem Süßungsmittel in den Mixer geben und sehr fein pürieren.

Nun die Flüssigkeit durch ein Tuch absieben und in eine Flasche umfüllen. Im Kühlschrank hält sich der Haferdrink ungefähr drei Tage. Bevor der Drink verwendet wird, sollte er geschüttelt werden, weil sich am Boden gerne eine Schicht absetzt.

Tipp:

Wenn es schneller gehen soll, kann der Pflanzendrink auch aus Haferflocken zubereitet werden. Bei Haferflocken entfällt das Einweichen. Für diese Variante 100 Gramm Haferflocken zusammen mit einem Liter Wasser, einer Prise Salz und eventuell einem Süßmittel auf hoher Stufe fein pürieren.

Wichtig beim Mixen ist, dass sich die Masse nicht zu sehr erwärmt, weil sonst eine schleimige Konsistenz entsteht. Durch die Zugabe von zwei, drei Eiswürfeln lässt sich diese Gefahr verhindern. Den Drink zum Schluss absieben und umfüllen.

Reisdrink

Der leicht süßliche Geschmack macht den Reisdrink zu einem beliebten Milchersatz im Kaffee und Müsli. Auch als Zutat beim Kochen und Backen wird er gerne verwendet. Der Reisdrink ist glutenfrei und enthält wenig Allergene. Allerdings ist er eiweißarm und hat recht viele Kalorien.

Für den Reisdrink werden benötigt:

  • 120 Gramm Reis

  • 1 Liter Wasser

  • 1 gehäufter Esslöffel Zucker

  • 1 Prise Salz

  • optional: Mark einer halben Vanilleschote

Der Drink kann sowohl aus Vollkronreis als auch aus poliertem, weißem Reis hergestellt werden.

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Die Zubereitung

Zunächst den Reis mit 240 Millilitern Wasser bei geschlossenem Deckel kochen, bis er weich ist und das Wasser aufgesogen hat. Anschließend den gekochten Reis mit einem Liter Wasser in den Mixer geben, mit etwas Salz, dem Zucker und eventuell Vanille würzen und alles fein pürieren.

Sollte der Reisdrink zu dickflüssig sein, kann er mit etwas zusätzlichem Wasser verdünnt werden.

Dann die Flüssigkeit durch ein Sieb schütten und umfüllen. Im Kühlschrank hält sich der Drink etwa vier Tage. Vor Gebrauch sollte er kräftig durchgeschüttelt werden.

Wer den Reisdrink besonders aromatisch haben möchte, kann ihn etwas anders zubereiten. Dazu die rohen Reiskörner mit Wasser übergießen und über Nacht einweichen lassen.

Am nächsten Tag die eingeweichten Reiskörner abspülen, gut abtropfen lassen und ohne Fett in einer beschichteten Pfanne rösten, bis sie aromatisch duften. Den gerösteten Reis dann, ohne ihn zu kochen, wie oben beschrieben mit Wasser und den Gewürzen mixen.

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Hier schreiben Tina Fachinger, - Ernährungsberaterin, Dietmar Beinbach, - Koch und Geschäftsinhaber mehrerer Restaurants, Youtuberin & Hobbyköchin Sevilart, sowie Christian Gülcan, 10 Jahre Erfahrung im Lebensmittel-Großhandel und der Belieferung an jegliche Gastronomie, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes zu Nahrungsmitteln, Ernährung, Backen und Kochen vermitteln. Tipps für Hobbyköche und Gastronomie Tipps, Anleitungen, Rezepte und Ratgeber geben. Videos dreht unsere gute Fee Sevil.

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